Archiv der Kategorie: Zeitschriften

Fotokiste: Richard Stolley

Richard Stolley TIME Magazine Journalist Verleger People Publisher Life

Palo Alto/California, im Juli 2005

Richard Stolley gilt drüben in den USA als Legende im Journalismus. Als ein Blattmacher, dessen Wort in der Branche zählt.

Stolley ist ein netter älterer Herr vom guten Jahrgang 1928, in Ehren ergraut und bedächtig in der Sprache. Aber in dem hektischen Geschäft mit Zeitschriften erfahren wie kein zweiter ist.

Möglicherweise lässt sich weit und breit kein zweiter Publizist finden, der mehr Einblick und mehr Erfahrung im Magazinjournalismus vorweisen kann als dieser Dick Stolley.

Dick arbeitete zwei Jahrzehnte bei der berühmten Hochglanz-Illustrierten Life. Das Wochenblatt ging in die Annalen der amerikanischen Magazinhistorie ein, weil die Zeitschrift nicht wegen Erfolgslosigkeit, sondern wegen zu viel Erfolg eingestellt werden musste. Die Weiterlesen

Warum wir die FAZ kaufen..

Warum kauft man ein Produkt? Was lässt den Konsumenten am Kiosk zu einem Printprodukt greifen? Zur ZEIT oder zur FAZ, meinetwegen.

Man kauft nur vordergründig eine Zeitung oder eine Zeitschrift. In Wirklichkeit kauft man sich durch den Erwerb einer Zeitschrift die Weiterlesen

Google und die Verleger

Suchmaschine search engine Google Adwords Adsense Califonia Kalifornien google-mountain-view.jpgGut 60 Prozent der Besucher dieses Blogs kommen über die Suchmaschinen von Google.

Wenn Sie im Suchfeld zum Beispiel den Namen Hemingway eingeben und Fossalta (der Ort, wo Ernest Hemingway im Ersten Weltkrieg schwer verwundet wurde), dann schauen Sie einmal, was die Websuche bei Google und auch die Bild-Suche ergeben.

Ohne Google wäre STOCKPUNKT.com ein Nichts, ein Vogelschiss in der weiten digitalen Landschaft. Positiv formuliert: Ein kleiner, unbedeutender Blogger kann mittels Google – ganz ohne Geld und Einfluss – seine Rolle im Web finden.

Google bringt Traffic. Dafür sollten wir der Firma aus Mountain View dankbar sein. Das müsste eigentlich auch für Weiterlesen

Vom langsamen Exitus des Journalismus

Immer wenn es im Hotel, an der Grenze oder sonst wo die Berufsbezeichnung einzutragen gilt, schreibe ich kurz – wie schon seit 35 Jahren – Journalist. Aber dieser, so meint die NYT, sei eine aussterbende Spezies, als Berufsstand dem sicheren Tode geweiht. Ihn ereile – oh Graus – das gleiche Schicksal wie dem Stahlkocher in den 70er Jahren. Starker Tobak!

Dieser Kommentar der New York Times, des intellektuellen Eliteblattes der amerikanischen Ostküste, ist ein Schlag in die Magengrube eines jeden Journalisten. Das tut weh, nicht nur in den USA.

Der Journalist, überrollt von Weiterlesen

iPad: Der Tod des Verlegers

apple-ipad-tablet computer und die verleger mac iPod wireless vodafone T-mobile Damit wir uns nicht missverstehen: Ich finde Apples neuen Tablet-Computer einsame Spitze. Revolutionär. Dieser Mix aus iPhone und Laptop wird die Welt verändern.

Und ich werde mir das iPad sofort kaufen. Mit Begeisterung. Die Vision dieses Produktes mag ich, sie entspricht meiner Lebenswirklichkeit: mobil, überall, jederzeit.

Das Ding wird den Medienkonsum verändern: Nachrichten, Filme, Bücher, Zeitschriften – alles sofort auf Knopfdruck, schnell, unkompliziert. Einfach großartig!

Als Verleger von Zeitschriften jedoch plagt mich der Alptraum. Wenn manche Kollegen meinen, hier komme die Rettung des Verlegens, dann könnte sich dies als Trugschluss herausstellen. Vielleicht kommt hier der Tod des Verlegens. Des traditionellen Verlegers jedenfalls mit Sicherheit.

Denn im Unterschied zum klassischen Abomodell sehe ich für Verlage einige fürchterliche Gefahren:

1. Der Verleger gibt Weiterlesen

USP

Das unverwechselbare Profil eines jeden Medienunternehmens muss sich in einen Satz fassen lassen, der als eine Art Leitmotiv über allem steht.

Weil wir alle eine sind, könnte wie beim Frauenmagazin freundin ein solches Motto heißen. Unser Verlag ist Spezialist für Handwerker oder Wissen für die Grundschule. Worin liegt genau mein Angebot, was unterscheidet mich von der Konkurrenz? Solche Fragen bedürfen hier einer Antwort.

Die Amerikaner haben das Erfolgsprinzip „Unverwechselbarkeit“ schon lange erkannt und dafür Weiterlesen

Dick & Doof

Die gelungenste Paarung der Filmgeschichte bleibt für mich Stan Laurel und Oliver Hardy. Das Klamauk-Duo Dick & Doof, Clever & Dürr, Listig & Tolpatschig.

Das waren zwei Typen, die sich einprägten, markante Temperamente, denen man auch nach Jahrzehnten mit Freunde zusieht. Stan & Olli, keine wohlgeformte Allerweltskerle, sondern Knautschgesichter, die Geschichten erzählen. Originalität als Erfolgsformel.

Heute bleibt Originalität weitgehend unerwünscht. In der Weiterlesen

Der Ziegelbrenner

geheimnisvoller Autor Reprint Antiquariat Amazon eShop Schriftsteller München der-ziegelbrenner-b-traven-marut.jpgAm 1. September 1917 erscheint die erste Ausgabe eines steinroten Heftchens: Der Ziegelbrenner. Der grausame Erste Weltkrieg mit seinen Grabenkämpfen tobt, in Deutschland gärt die Vorrevolution.

Verlegt wird die neue Zeitschrift in München 23, das ist Schwabing. Als Herausgeber zeichnet ein gewisser Ret Marut, von Profession Schauspieler oder Student, oder was auch immer.

Dieser geheimnisvolle Ret Marut heißt in Wirklichkeit ganz anders und wird zehn Jahre später nochmals einen ganz anderen Namen annehmen. Als B. Traven wird er von Mexiko aus zum gefeierten Weltautoren.

Nicht nur der Name des Herausgebers ist eine Finte, auch über die Periodizität und Hintergrund der Publikation wird der Leser gerne im Dunklen gelassen. Das nächste Heft erscheint im Juli. Vielleicht. Vielleicht auch später.

40 Pfennige kostete das erste Heft, später steigt der Preis rasant. Die braunrote Zeitschrift erscheint von September 1917 bis Dezember 1921 in 13 Heften, die Marut als 40 Nummern zählt.

Der Inhalt des Ziegelbrenner liest sich Weiterlesen

Die Banken stehen hinter uns!

Wer in der Vergangenheit seine Expansion auf Kredit finanziert hat, der schaut nun dumm drein. Wer Wachstum um jeden Preis und dann noch auf Pump wollte, der handelte fahrlässig.

Man ernähre sich lieber redlich auf seiner angestammten Scholle, als mit leerem Beutel die Welt erobern zu wollen. Die Banken langen nach Basel II und geplatzten Krediten kräftig zu. Seit Ausbruch der Weltwirtschaftskrise, die als Bankenkrise im Oktober 2008 begann, wird die Kreditvergabe sehr viel restriktiver gehandhabt.

Die Banken arbeiten schon seit langem an standardisierten Ratings ihrer Geschäftskunden. Und neben der Abfrage der üblichen betriebswirtschaftlichen Kennzahlen können dann solch scheinbar harmlose Fragen gestellt werden wie Weiterlesen

Fotokiste: Erwin Huber

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München, den 23. Oktober 2003

Als ich vor über 15 Jahren aus dem Rheinland nach Bayern zog, da hatte ich auch meine Vorurteile im Koffer. Eines dieser Vorurteile lautete: Die CSU, das wäre doch ein ziemlich bornierter Haufen meist alkoholisierter Ewig-Gestriger. So jedenfalls hatten uns das die SPD und der WDR jahrelang gesagt.

Weit gefehlt. Die Wahrheit vor Ort sah dann doch ein wenig anders aus.

Über die Jahre kam ich ins Gespräch mit Weiterlesen