Archive for the ‘Sprache’ Category

Der unheimliche Vokal “u”

Freitag, Februar 12th, 2010

ein-u.jpgIch will Ihnen nicht ein X für ein U vormachen. Im deutschen Sprichwort ist dieses “U” durchaus positiv zu verstehen und das “X” eher dubios. Lautmalerisch haftet dem Vokal “U” allerdings ein Problem an.

Während das “A” als Vokal des Wohlwollens und der Mütterlichkeit gilt, klebt dem Vokal “U” etwas sinisteres, gar etwas Unheimliches an. Wenn ein Kind beim Karneval als Gespenst wandelt, stößt es ein Angst einflößendes “uuhhh” aus.

Wenn man uns erschrecken will, dann (weiterlesen …)

Steuer im Tarnanzug

Samstag, November 28th, 2009

Das niedersächsische Finanzgericht hält den Solidaritätszuschlag für den Aufbau Ost, so ein Urteil dieser Woche, für verfassungswidrig. Wie schade! Denn die Solidaritätsabgabe, liebevoll auch Soli genannt, habe ich unter sprachlichen Aspekten in den letzten 18 Jahren tief ins Herz geschlossen.

Denn Soli hört sich recht putzig an, und auch bei einer Solidaritätsabgabe mag man (weiterlesen …)

Deutsch

Freitag, November 6th, 2009

Die deutsche Sprache sollte sanft und ehrfurchtsvoll zu den (weiterlesen …)

Der kleine Mann

Donnerstag, Oktober 8th, 2009

Im letzten Wahlkampf war viel von dem kleinen Mann die Rede. Ja, manchmal gewann man den Eindruck, insbesondere wenn man linken Politikern zuhörte, Deutschland bestünde überwiegend aus dem kleinen Mann. Gar eine ganze Partei hat sich auf ihn ausgerichtet, denn die SPD ist die Partei des kleinen Mannes.

Dieser kleine Mann ist ein Phänomen. Sprachlich, auf jeden Fall. Denn es gibt nur einen davon (weiterlesen …)

Vorsicht: Euphorie!

Freitag, September 4th, 2009

Ich bin gut drauf – das ist Euphorie. Gehaltserhöhung gleich Euphorie. Wenn der Fussball rollt – Euphorie. Wenn die Wirtschaft brummt, werden wir alle euphorisch.

Doch Obacht. Auch wenn im allgemeinen Sprachgebrauch die Euphorie ein Hochgefühl beschreibt, so (weiterlesen …)

lebendige Sprache

Dienstag, September 1st, 2009

Die Sprachpuristen und Kulturpessimisten klagen allerorten ihr Leid: Die deutsche Sprache verkomme, sie falle unter die Räuber, das Deutsch werde verunstaltet, unsere Sprache werde von vielen Seite mürbe gemacht.

Hässliche Anglizismen mogeln sich in unser Deutsch, dieser respektlose Jugendspeak obendrein, dazu simple Comic-Sprache, die SMS-Codes und weiß er Teufel noch was. All dies verhunze unsere saubere deutsche Sprache.

Vom Standpunkt eines (weiterlesen …)

drastisch falsch

Mittwoch, August 19th, 2009

Kein Wort – außer Euphorie vielleicht – wird im Deutschen so ungenau verwendet wie das Adjektiv drastisch.

Das Alltags-Deutsch kennt einen drastischen Streit. Oder einen Aktienkurs, der drastisch einbricht. Oder Firmen, die drastisch sparen müssen. Aber, so meine ich, sprachlich ist das doch alles drastischer Unfug.

Auf jeden Fall sollte man mit dem Adjektiv drastisch äußerst sorgsam umgehen. Sein Gebrauch könnte sonst in die Hose gehen.

Vielleicht weiß (weiterlesen …)

ehrliches Feedback

Freitag, Juli 10th, 2009

Ein Mitarbeiter bittet um ein ehrliches Feedback. Da komme ich ins Grübeln. Sollte ein Feedback denn nicht immer ehrlich sein?

Oder bedeutet ein solches Begehren (weiterlesen …)

Nieder mit dem Adjektiv!

Montag, Juli 6th, 2009

Als junge Journalisten bekamen wir von unseren Lehrmeistern eingebläut: Wenn du ein Adjektiv siehst, schlag es tot.

Ja, denn das mit den Adjektiven ist nicht so einfach. Mal werden sie falsch gebraucht, mal mogeln sie über ungenaue Beobachtung hinweg. Ein anderer Vorwurf: Adjektive schmücken zwar, verlangsamen aber auch einen Text. Ganz anders (weiterlesen …)

Profanierung

Samstag, Juli 4th, 2009

Der Urlaub ist mir heilig, meinte neulich jemand. Und ich wundere mich erneut, wie in Deutschland die Urlaubsreise in biblische Sphären gehoben wird.

Ein Deutscher fliegt in sein Urlaubsparadies. Auch hier finden wir die Säkularisierung religiöser Mythen, erlebt die (weiterlesen …)