Kategorie-Archiv: Sprache

non nomen

herzogsagmuhler.JPGAm Wochenende komme ich an einem neueröffneten Ladengeschäft vorbei. Herzogsägmühler Laden. Aha.

Herzogsägmühler Laden. Mit zwei Umlauten. Und das alles auch noch in schwierig zu lesenden Versalien geschrieben.

Merkwürdig mutet dieser seltsame, enigmatische Name an. Und alles ganz ohne Unterzeile oder Erklärung.

Herzogsägmühler Laden. Fast ein Zungenbrecher, zumindest ein halbes Mysterium. Was mag man in dem Geschäft bloß verkaufen?

Wer ein Ladengeschäft aufmacht, der sollte allerlei beachten: Weiterlesen

It’s Muschel-Time

Restaurant in Frankfurt Spezialitäten Gourmet Delikatessen .JPGWer dieses Blog regelmäßig liest, der weiß, hier schreibt kein Gegner von Anglizismen.

Im Gegenteil, Wörter und Begriffe von außen können auch als Bereicherung des Deutschen aufgefasst werden.

Allerdings platzt meine Hutschnur bei sprachlichem Kuddelmuddel und internationalem Mischmasch.

Neulich, da war es wieder soweit, in einem Frankfurter Edelschuppen, dem Restaurant New Brick. Vornehm und trendy. Californian Restaurant. Feiner Laden, lausiges Sprachgefühl. Denn eingeladen wurde zur Weiterlesen

Der unheimliche Vokal “u”

ein-u.jpgIch will Ihnen nicht ein X für ein U vormachen. Im deutschen Sprichwort ist dieses “U” durchaus positiv zu verstehen und das “X” eher dubios. Lautmalerisch haftet dem Vokal “U” allerdings ein Problem an.

Während das “A” als Vokal des Wohlwollens und der Mütterlichkeit gilt, klebt dem Vokal “U” etwas sinisteres, gar etwas Unheimliches an. Wenn ein Kind beim Karneval als Gespenst wandelt, stößt es ein Angst einflößendes “uuhhh” aus.

Wenn man uns erschrecken will, dann Weiterlesen

Steuer im Tarnanzug

Das niedersächsische Finanzgericht hält den Solidaritätszuschlag für den Aufbau Ost, so ein Urteil dieser Woche, für verfassungswidrig. Wie schade! Denn die Solidaritätsabgabe, liebevoll auch Soli genannt, habe ich unter sprachlichen Aspekten in den letzten 18 Jahren tief ins Herz geschlossen.

Denn Soli hört sich recht putzig an, und auch bei einer Solidaritätsabgabe mag man Weiterlesen

Der kleine Mann

Im letzten Wahlkampf war viel von dem kleinen Mann die Rede. Ja, manchmal gewann man den Eindruck, insbesondere wenn man linken Politikern zuhörte, Deutschland bestünde überwiegend aus dem kleinen Mann. Gar eine ganze Partei hat sich auf ihn ausgerichtet, denn die SPD ist die Partei des kleinen Mannes.

Dieser kleine Mann ist ein Phänomen. Sprachlich, auf jeden Fall. Denn es gibt nur einen davon Weiterlesen

Vorsicht: Euphorie!

Ich bin gut drauf – das ist Euphorie. Gehaltserhöhung gleich Euphorie. Wenn der Fussball rollt – Euphorie. Wenn die Wirtschaft brummt, werden wir alle euphorisch.

Doch Obacht. Auch wenn im allgemeinen Sprachgebrauch die Euphorie ein Hochgefühl beschreibt, so Weiterlesen

lebendige Sprache

Die Sprachpuristen und Kulturpessimisten klagen allerorten ihr Leid: Die deutsche Sprache verkomme, sie falle unter die Räuber, das Deutsch werde verunstaltet, unsere Sprache werde von vielen Seite mürbe gemacht.

Hässliche Anglizismen mogeln sich in unser Deutsch, dieser respektlose Jugendspeak obendrein, dazu simple Comic-Sprache, die SMS-Codes und weiß er Teufel noch was. All dies verhunze unsere saubere deutsche Sprache.

Vom Standpunkt eines Weiterlesen

drastisch falsch

Kein Wort – außer Euphorie vielleicht – wird im Deutschen so ungenau verwendet wie das Adjektiv drastisch.

Das Alltags-Deutsch kennt einen drastischen Streit. Oder einen Aktienkurs, der drastisch einbricht. Oder Firmen, die drastisch sparen müssen. Aber, so meine ich, sprachlich ist das doch alles drastischer Unfug.

Auf jeden Fall sollte man mit dem Adjektiv drastisch äußerst sorgsam umgehen. Sein Gebrauch könnte sonst in die Hose gehen.

Vielleicht weiß Weiterlesen