Archive for the ‘Orte’ Category

München 2018

Montag, März 1st, 2010

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Die sympathischen Spiele von Vancouver gehen so langsam ihrem Ende zu. Und vielleicht wird man in 8 Jahren eine ähnlich ungezwungene und heitere Olympiade in bayerischen Gefilden feiern können.

Denn der Großraum München bewirbt sich um die olympischen Winterspiele im Jahre 2018. Eine alpine Infrastruktur steht und funktioniert. Nun wird für München 2018 kräftig getrommelt.

Toll, MUC 2018, das wird ein Fest! Die Pläne liegen (more…)

Fotokiste: Goldrausch

Dienstag, Februar 16th, 2010

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Laberinto/Peru, im Januar 1986

Mit jedem Tag werden es mehr Männer, die von Hoffnung und Verzweiflung getrieben, sich in die Täler und Flussläufe von Madre de Dios aufmachen. Madre de Dios heißt ins Deutsche übersetzt Muttergottes, was für einen Landstrich voller Gold in der Erde eigentlich kein schlechter Name ist.

Und so hegen hier viele den Glauben, in den unwegsamen Goldfeldern ihrem geschundenen Leben eine Wende zum Guten geben zu können. Dreißigtausend, vielleicht auch vierzigtausend Goldwäscher durchkämmen die steinigen Flussläufe dieser Einöde zwischen Peru und Brasilien.

Laberinto, ein verregnetes Fleckchen am Flussufer des Rio Inambari, sieht aus wie (more…)

Cuba 1983

Freitag, Januar 22nd, 2010

schneefall-cover.jpgAuszug einer Reisereportage aus Wolfgang Stock Schneefall in den Tropen:

Durch die engen, zerbröselnden Gassen der Hauptstadt schieben sich graue Moskvichs und vorrevolutionäre Chevrolets. Entlang den Strassen sieht man keine Reklame wie im Westen, es sei denn politische. Wir wohnen im Capri, einem hohen, breiten Luxushotel, dem man die Jahre so langsam ansieht.

In vorrevolutionären Tagen hatte die Mafia Cubas Hauptstadt fein aufgeteilt, Havannas Nächte hörte auf das Kommando der Bosse aus Chicago oder New York. Über das Capri herrschte Nicholas di Constanzo, im Deauville hatte Santo Trafficante junior das Sagen, Meyer Lansky machte das Hotel Riviera unsicher, sein Bruder Jack war der Platzhirsch im Hotel Nacional.

Wenn Al Capone in Havanna weilte, ließ er sich immer das Zimmer (more…)

Die neue Kandahar

Samstag, Januar 2nd, 2010

kandahar-gap.jpgGAP. Das Schneeparadies in der Doppelstadt Garmisch und Partenkirchen. Das idyllische GAP ist im März Austragungsort der Weltmeisterschaft 2011 in der alpinen Abfahrt.

Aus diesem Grund hat man vor kurzem die Traditionsstrecke Kandahar runderneuert.

Jetzt geht es nicht mehr mit dem alten klapprigen Zweiersitzer auf das Kreuzjoch, sondern mit dem modernen Kandahar-Express zum Gipfel.

Um Kollisonen mit der Abfahrt vom Kreuzeck auf dem mittleren Skiweg zu vermeiden wurde am Tröglhang eine Untertunnelung von 90 Metern Länge und acht Metern Breite geschaffen. Die Kandahar verläuft nun über diesem Tunnel.

Auch gibt es nun in Garmisch-Partenkirchen eine (more…)

Fotokiste: Die Schmiere

Mittwoch, Dezember 23rd, 2009

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Dieser Name genügt als Programm. Laut Eigenwerbung das schlechteste Theater der Welt - angeblich. Solch ein Eigenlob scheint natürlich leicht übertrieben.

Jedoch mochte Die Schmiere stets wider den Stachel löcken. Die Schmiere wollte immer dagegen halten, sie kultivierte das Aufsässige, betonte ihr intellektuelles Rebellentum.

Der Geist der Macher und Spieler zelebrierte das Anti. Das Anti-Establishment. Das Anti-Konservative. Auch wohl auch das Anti-Theater. Und im Grunde genommen auch das Anti-Kabarett.

In der Frankfurter Schmiere wurde des Abends nicht mit dem Florett gefochten, und auch nicht mit dem Degen. Nein, hier flog in jeder Vorstellung ein wuchtiger Holzhammer durch die heiligen Hallen.

In dem ehrwürdigen Karmeliterkloster zwischen (more…)

pikante Kreuzung

Donnerstag, Dezember 17th, 2009

dutschkeberlin.jpgDie Studentenbewegung von 1968 und die Zeitungen des Axel-Springer-Verlages waren sich in jenen turbulenten Tagen des Protestes sicherlich nicht in Sympathie oder Zuneigung zugetan.

Auf Studentenseite mit ihrer Leitfigur Rudi Dutschke lautete die Parole Enteignet Springer! und auf Seiten des konservativen Verlagshauses schlug so manche Schlagzeile kräftig gegen die aufmüpfigen jungen Leute.

Ein wenig pikant scheint, dass sich seit einiger Zeit die Zentrale des Axel-Springer-Verlages in Berlin nun an der Rudi-Dutschke-Strasse befindet.

Denn seit im April 2008 ein Teil der Kreuzberger Kochstrasse in Rudi-Dutschke-Strasse umbenannt wurde, läuft eben diese Rudi-Dutschke-Strasse direkt an dem Hochhaus vorbei, in dem BILD und andere Springer-Zeitungen ihre Redaktionsbüros haben.

Doch bleibt der (more…)

El Tölpel

Freitag, Oktober 30th, 2009

schneefall-cover.jpgAuszug aus Wolfgang Stock Schneefall in den Tropen:

Eigentlich hätte ich stutzig werden müssen. Nein, so plump kann die Wirklichkeit nicht daher kommen. Aber beim Menschen und ganz gewiss bei der männlichen Ausprägung des homo erectus lassen sich bisweilen jene Aussetzer beobachten, die man dann später im Rückblick beschönigend als Dummheit oder ausgemachte Tölpelei zu charakterisieren pflegt.

Aber der Reihe nach: Da stehe ich mit meinem leichten silbernen Rimowakoffer inmitten der Passagierschlange aus wohl 15 Personen, die alle am Faucett-Schalter für die Abendmaschine nach Lima einzuchecken gedenken. Und dann kommt plötzlich diese strahlende Schönheit in die Flughafenlobby stolziert, eine blutjunge Frau mit weichen Gesichtszügen, eine zierliche Venus im enganliegenden Kleid, das die wohlgeformten Rundungen noch betont.

Einen vielleicht zweijährigen Jungen trägt sie etwas bemüht auf dem linken Arm. Noch bevor ich mir die Frage beantworten kann, was denn ein solch bezauberndes Geschöpf in einem solch faden Andenkaff wohl zu suchen hat, steuert sie schnurstracks auf eine Person aus der langen Warteschlange zu. Diese Person bin ich.

Mit strahlenden Augen und dem betörendsten Lächeln, das ich seit (more…)

Ein Reise in die USA

Dienstag, Oktober 20th, 2009

usanewyork.jpgWer zum ersten Mal den Boden der Vereinigten Staaten von Amerika betritt, der wird schnell mit der ruppigen Wirklichkeit konfrontiert.

Die Einreise in die USA gestaltet sich bisweilen, nun ja, etwas zäh. Man könnte auch sagen,  dass man an der Grenze zunächst wie ein gewissenloser Schwerverbrecher oder wie ein potentieller Sozialschmarotzer gesehen wird.

Besonders wenn man am John F. Kennedy-Airport den ersten Schritt in New York macht, zeigen sich Zollinspektion und Einreisebehörde als überaus rigide.

Doch man muss wissen warum. Die Vereinigten Staaten kennen kein Meldewesen, es gibt keine Personalausweise und einen Pass braucht nur der, der ins Ausland will.

Kurz, wer einmal drin ist in den United States of America, der ist drin. Im Innern wird nicht mehr arg kontrolliert.

Aus diesem Grund verlagert sich der Kontrolldruck auf die Landesgrenzen. Zwischen Mexiko und Kalifornien steht eine hohe hässliche Mauer, auf JFK ein resoluter Einreisebeamter.

Vor Jahren empfing mich ein solcher Grenzer schon von weitem mit dem Gruß (more…)

Speaker at The Grand Ballroom

Freitag, Oktober 16th, 2009

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Es gibt Tage, da läuft es einfach. Dieser 24. Mai 2005 war ein solcher Glückstag. Im Grand Ballroom des Waldorf=Astoria als Redner auf der Bühne. Dort, im dritten Stockwerk des Hotels, auf jener Bühne, auf der schon Louis Armstrong und John F. Kennedy standen. Ein Traum für einen Vortragsredner!

FIPP, dieser 1925 von französischen und spanischen Verlegern gegründete Verband, lud zum Weltkongress, den man alle zwei Jahre zelebriert. Und über 1.000 Zeitschriftenverleger aus aller Welt folgten dem Ruf der Federation Internationale de la Presse Periodique.

Das Event war hoch professionell vorbereitet. Drei Riesen-Bildschirme über der Bühne für die Zuhörer im Saal, neben dem Pult zwei Teleprompter zum Ablesen des Vortrages, ein verdeckter Zeitmesser für den Redner. Und eine Regisseurin, die mit Headset und Ablaufplan bei der Sprechprobe am Vorabend über die Bühne sprang wie ein Feldwebel auf dem Kasernenhof.

Making Things Happen in a Digital World. Drei Panel-Statements plus Diskussion und Fragen aus dem Publikum. Ned Desmond von TIME moderierte. Das Ganze war inhaltlich nicht ohne, denn (more…)

Fotokiste: Der Gockel kämpft

Montag, Oktober 12th, 2009

hahnenkampf-in-lima-peru.jpgLima/Peru, im Dezember 1985

Für den Erfolg beim Hahnenkampf sind neben der Rasse auch das Training, Glück und vor allem die Präparation der Klinge ausschlaggebend.

Der Sporn des linken Fußes, das natürliche Verteidigungsinstrument der Tiere, wird abgeschnitten, weil beim Kampf die Klinge an dessen Stelle tritt und wie eine Verlängerung der Hinterkralle wirkt.

Die aus Spezialstahl in Handarbeit gefertigte acht Zentimeter lange, leicht mondförmig gekrümmte Klinge wird mit Stoßrichtung nach oben angesetzt und mit einer fünffaserigen Hanfkordel festgezurrt. Ein dicker Lederschurz wird um den Fuß gebunden, damit er die Kampfkralle schützt.

„Der Klingenfuß ist kampfentscheidend“, meint (more…)