Archiv der Kategorie: Jazz & andere Musik

Latin Beatles

tropicalbeatles.jpgJohn Lennon & Paul McCartney – das sind Mozart & Bach der Neuzeit. Ich habe nie einen Hehl daraus gemacht, dass diese Musik perfekt daher kommt. Wie will man dies toppen? 

Insofern sind Cover-Versionen der Beatles verlorene Liebesmüh. Nun ja, vielleicht leiht man dieser Platte ein Ohr.

Bei Tropical Tribute to the Beatles haben sich all die Großen der Salsa Szene, jene Musiker rund um die legendären Fania All Stars, an den Kompositionen der Fab Four versucht und – oh Wunder – es funktioniert.

Ein Beatles-Song als Merengue oder Bolero kriegt durch den karibischen Rhythmus eine neue Klangfarbe und auch einen neuen Spannungsbogen. Pop und Salsa – warum also nicht?

Tropical Tribute to the Beatles erschien Weiterlesen

Frank Sinatras Arrangeure

basiesinatra.jpgNeben seiner wunderschönen Stimme und seines traumwandlerischen Rhythmusgefühls gab es ein weiteres Geheimnis um den Erfolg von Frank Sinatra.

Der Crooner hatte zeitlebens immer genug finanzielle Mittel, Spitzenleute um sich zu scharen. Das galt zunächst für Musiker, denn stets haben ihn erstklasisge Solisten und Orchester begleitet.

Gleiches traf aber auch auf die Arrangeure zu. Sinatra hat sich stets mit den besten seines Faches umgeben und all die Spitzenarrangeure schrieben ihm Spitzenarrangements.

Nelson Riddle war wohl Weiterlesen

Basie plays Beatles

basiebeatles8.jpgWelch ein Frevel! Dieses Unterfangen, das von Anfang an zum Scheitern verurteilt ist. Die Beatles zu covern. Das nimmt sich wie der Versuch aus, einen Roman im Stile von John Dos Passos zu schreiben.

Denn die Songs der Beatles sind so genial, dass man sie eigentlich nicht verbessern kann. Warum auch? Die Lieder der Fab Four wirken so stilbildend, dass man sich mit anderen Arrangements schwertun würde.

Elf frühe Kompositionen von John Lennon und Paul McCartney hat der wunderbare Arturo Chico O’Farrill für Count Basie und sein Orchester arrangiert.

Die Count Basie Big Band jener Tage liest sich wie Weiterlesen

Good night, and good luck!

goodluck.jpgThis is London, so begann der amerikanische CBS-Reporter Edward Murrow seinen täglichen Kriegsbericht für das Publikum an den Radios in den USA. Das war im Winter 1940 und auf die englische Hauptstadt fielen die Bomben der Nazis.

This is London war Murrows opener, keiner bekam den Anfang so hin wie er. Nach dem ersten Wort this setzte er eine winzige Kunstpause. Und prompt war das Markenzeichen dieser sonoren Radiostimme geboren. Und zugleich die erste berühmte Redewendung dieses berühmten Journalisten.

Ed Murrows Reportagen aus dem Zweiten Weltkrieg in Europa endeten immer mit einem Satz, der dann noch populärer wurde: Weiterlesen

Miles, das Jazz-Genie

milesascenseur.jpgMiles Davis war eines der drei Kunst-Genies, die das 20. Jahrhundert gekannt hat (die beiden anderen heißen Pablo Picasso und Charles Chaplin). Dieser Trompeter Miles Davis war für die moderne Musik das, was Picasso für die Malerei und Chaplin für den Film war – ein über Jahrzehnte eigensinniger und leidenschaftlicher Innovator und Stilpräger.

Der Trompeter gilt als Gründer des Cool Jazz, er trieb den Bebop voran und spielte dann im Fusion, jenen Mix aus Jazz und Rock, eine tragende Rolle. Und dann zum Schluss kam der Electric Jazz. Plus Weiterlesen

Die 100 größten Sänger aller Zeiten

100bestsingers.jpg100 Geatest Singers of All Time steht auf dem Cover des Magazins Rolling Stone. Die neue Ausgabe der führenden amerikanischen Musikzeitschrift kürt die besten Sänger aller Zeiten – Männlein und Weiblein in einer Liste.

Eine wahrlich imposante Liste von Platz 1 bis Platz 100, die da im Rolling Stone zu finden ist, gekürt von einer überaus gewichtigen Jury aus illustren Journalisten und bekannten Musikern.

Nachstehend die ersten zehn Positionen. Also die 10 größten Sänger der Welt gemäß der Jury des Rolling Stone.

1. Weiterlesen

Miles Davis als Maler

milespainting.jpgIn den Schaffenskrisen der späten Jahre sucht Miles Davis Zuflucht und Trost in der Malerei. Er vermag körperlich nicht mehr die Trompete zu spielen, die Hüfte, die Galle, der Magen, dieser Schlaganfall. Seine eingeengte Kreativität überträgt er nun auf die Malerei.

Vielleicht will er mit dem Malen auch den Drogen entgehen, die ihn zu oft im Griff halten. Die Malerei soll ihn ablenken von Last und Laster.

Als Musiker ist er bestgebildet, gilt als ein Perfektionist, doch als Maler, da bleibt er Autodidakt. Zunächst malt er skizzenhafte kleine Strichzeichnungen, Musiker, einen Don Quixote, einen Ritter, Josephine Baker. The Kiss, zwei Menschen, die sich küssen und im Herzen Weiterlesen

Over the Rainbow

garland.jpgRund 200 internationale Musikexperten haben Over the Rainbow zum besten Song des 20. Jahrhunderts gewählt. I don’t agree, aber man kann das so sehen.

Seine Premiere hat das Lied im Jahr 1939 in einem der ersten farbigen Hollywood-Streifen überhaupt, The Wizard of Oz. Der Zauberer von Oz. Die blutjunge Judy Garland singt den Song, wobei sie ihren träumerischen Blick auf die weite, endlose Landschaft richtet. Ein Jahr später erhält Over the Rainbow den Oscar für die beste Filmmusik.

Der grosse Harold Arlen hat den Song geschrieben, ein sehr trauriges Lied, eine Art Märchenlied über die Sehnsucht nach Weiterlesen

Chet Baker, der Trompeter des verlorenen Tones

chet.jpgDer amerikanische Trompeter Chet Baker war so etwa wie der James Dean des Jazz. Gut aussehend, rebellisch, einsam, immer suchend, ein Steppenwolf. Dieser merkwürdige Bursche Chet galt nicht nur als die Personifizierung des Cool Jazz, sondern war zugleich der Bläser einer zerbrechlichen und waidwunden Melodik.

Wie kein anderer besaß der weiße Trompeter Chet Baker diese Fragilität des Spieles. Jeder Ton, den er spielte, klang als sei es sein letzter.

Und jeder Ton hätte ja auch leicht sein letzter sein können. Nun ist Chet eine Legende Weiterlesen