Archive for the ‘Menschen’ Category

Fotokiste: La Finca Vigía

Sonntag, Juli 6th, 2008

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San Francisco de Paula/Cuba, im April 1983

Über einem dichten Hain erhebt sich auf einem Hügel ein milchweißes Landhaus. Von 1939 bis 1960 lebte Hemingway in der eingeschossigen Finca La Vigia, die im 19. Jahrhundert als spanische Zitadelle erbaut worden war. Hinter dem Wald aus Caña-Bäumen und durch eine üppige Vegetation aus Palmen, Avocadobäumen, grünen Farnsträuchern und Bougainvilleen befindet sich das flache Herrenhaus mit dem aufrechten Turmbau.

Im Wohnzimmer hängt das (more…)

Teddy Stauffer und das braune Pack

Mittwoch, Juni 18th, 2008

swing5.jpgIm November 1982 besuche ich Teddy Stauffer in Mexico, in seiner neuen Heimat, und der berühmte Orchesterchef erzählt aus seinem bewegten Leben.

Teddy Stauffer und seine Original Teddies, damals Deutschlands bekannteste Swing-Band, befinden sich im Berlin der 30er Jahre auf dem Höhepunkt ihres Ruhms. Als Schweizer und wegen der Olympischen Spiele hat man ihn gewähren lassen, doch nach 1936 nimmt die Pression zu. Die Nazis hassen die synkopierte Musik aus Amerika, seit 1935 darf Jazz nicht mehr im deutschen Rundfunk gespielt werden und nun werden auch öffentliche Auftritte schwieriger.

Der 73-Jährige führt mich auf die Veranda seiner Turmvilla in Acapulco (more…)

Hotel Hemingway

Montag, Juni 16th, 2008

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gefunden in Caorle/Italien, im September 2005

Ernest Hemingway hat Spuren hinterlassen. Literarische Spuren sicherlich, er hat aber auch Spuren hinterlassen in den zahlreichen Städten und Orten, die er besucht hat. Museen sind für ihn eingerichtet worden, Stiftungen wurden gegründet, Zeitschriften mit seinem Namen werden verlegt, Kofferkollektionen und Füllfederhalter wurden nach ihm benannt, ein Hemingway-look-alike-Contest ist jedes Jahr in Florida ein Schenkelklopfer, Strassen tragen seinen Namen. Auch Schulen, Hotels, Angelwettbewerbe, Yachthäfen heißen so wie er, Bars und Kneipen sowieso.

Und Ernest Hemingway hielt sich mit Vorliebe dort auf, wo es etwas zu erleben gab (more…)

Gay Talese

Montag, Juni 9th, 2008

esquiresinatra.jpgEine der besten Reportagen aller Zeiten hat der New Yorker Journalist Gay Talese geschrieben: Frank Sinatra Has a Cold. Im April 1966 erschien sie im Esquire. Beim 70-jährigen Bestehen der Monatszeitschrift 2003 wurde sie als die beste Esquire-Geschichte aller Zeiten ausgezeichnet.

Frank Sinatra, ein Glas Bourbon in der einen und eine Zigarette in der anderen Hand, stand in einer dunklen Ecke der Bar, an seiner Seite zwei scharfe, aber langsam verblühende Blondinen, die darauf warteten, dass er etwas sagte. Er sagte aber nichts…

So beginnt Taleses Reportage Frank Sinatra Has a Cold. Dabei fing die ganze Sache nicht gerade gut an: Der Sänger lehnte ein Interview ab und mochte auch sonst von dem Schreiberfuzzi nichts wissen. Doch statt aufzugeben (more…)

Fotokiste: Lee Iacocca

Freitag, Juni 6th, 2008

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Gravenbruch, den 14. September 1989

Gerade hat mich der breitschultrige Bodyguard prüfenden Blickes gemustert, beiläufig genickt, seine ausgebeulte Achselpartie stramm gezogen und mich kurz durchgewinkt. Etwas unsicher biege ich um die Ecke und gehe auf ihn zu. Der berühmteste Manager der Welt lächelt mich an.

Der US-Amerikaner Lee Iacocca ist nicht zuletzt deshalb einer der bekanntesten Manager, weil er als erster (more…)

Hero Kind auf Sylt

Freitag, Mai 30th, 2008

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Keitum/Sylt, im Mai 2008

Am 2. Juni im Jahr 1996, an einem Sonntagabend, ist Hero Kind in seinem Düsseldorfer Wohnzimmer umgefallen. Einfach so. Ohne Vorwarnung. Schlaganfall. Nach ein paar Tagen zwischen Leben und Tod und drei Wochen künstlichem Koma hat sich der ehemalige ECON-Verleger mit Disziplin und eisernem Willen in diese Welt zurück gekämpft.

Das war vor 12 Jahren. Heute (more…)

Fotokiste: In der Leprakolonie (III)

Dienstag, Mai 27th, 2008

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San Pablo/Peru, im Dezember 1985

Die Nacht in der Leprakolonie endet abrupt. Punkt 5 Uhr 30 tönt eine sonore männliche Stimme aus den zahlreichen Lautsprechern, die, auf langen Holzstangen befestigt, über die ganze Kolonie verteilt sind: “Guten Morgen, hier spricht Manuel Rodriguez. Ich wünsche allen Bewohnern von San Pablo einen wunderschönen Tag. Und jetzt alle raus aus den Betten, Ihr Faulpelze!“

Don Manuel ist der (more…)

Fotokiste: In der Leprakolonie (II)

Samstag, Mai 24th, 2008

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San Pablo/Peru, im Dezember 1985

Seit 5 Jahren sind die Doctora Carmen Orts und ihre Kollegin Pilar Bandrés in San Pablo. Ihr Missionsorden hat die beiden Spanierinnen in den tiefen Urwald geschickt. „Vor uns war lange Zeit kein Arzt hier“, klagt die 32-jährige Carmen, „kein peruanischer Arzt will den Job übernehmen.“ Wegen der miserablen Bezahlung. Und früher, da hätten die Ärzte ihre Patienten nicht einmal anzupacken gewagt.

Vielen Leprakranken werden (more…)

Fotokiste: In der Leprakolonie (I)

Mittwoch, Mai 21st, 2008

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San Pablo/Peru, im Dezember 1985

Für einen solchen Trip werden wir keinen verlässlichen Schiffsführer finden, meint der Bootsverleiher zu uns, dahin werde uns keiner fahren. Wir sollen uns diese Schnapsidee schleunigst aus dem Kopf schlagen, wir seien ja nicht ganz dicht. Tagelang laufen wir von einem Schiffsverleih zum anderen auf der Suche nach einem Boot.

Am dritten Tag schließlich finden wir einen Eigner, der uns sein Boot überlassen würde, claro, bei dem Ziel allerdings doppelter Preis - und nur, wenn der Schiffsführer mitspiele. Der junge Asunción, ein 18-jähriger Indio mit stoischen Gesicht, hört sich unser Vorhaben an und er nickt nur kurz als er das Wort Lepra hört. (more…)

Drei Wünsche

Montag, Mai 19th, 2008

wunsche.jpg Dieses anmutige Buch aus dem Reclam-Verlag ist ein Kleinod für Jazz-Freunde. Es lädt ein zur nostalgischen Reminiszenz und zum tiefgehenden Staunen. Die Baronesse Pannonica de Koenigswarter, die jüngste Tocher von Charles Rothschild, war eine Jazzverrückte, seit sie als junges Mädchen die Plattensammlung ihres Vaters entdeckte.

Später wurde sie Vertraute und letzter Anker vieler meist schwarzer Jazz-Musiker im New York der 50er und 60er Jahre. Nica war die Frau, in deren Wohnung Charlie Parker Obdach fand und starb und in der Thelonious Monk neun Jahre lebte.

In über zwei Dutzend Jazzkompositionen (more…)