Archive for the ‘Maler & Farben’ Category

Fotokiste: Mike Meiré

Freitag, Dezember 11th, 2009

Mike Meiré der beste Designer ein junger Wilder aus Köln mike-meire designer.jpgKöln, den 28. Mai 1991

Als Meiré und Meiré noch nicht die großen Stars der Design-Szene in Deutschland waren, sondern hoffnungsvolle Newcomer, saßen ein paar junge Burschen draußen im Westen von Köln.

Im fast schon ländlichen Stadtteil Königsdorf bei Frechen, umgeben von einem üppigen Forst. Wilde Ideen wurden hier Im Klosterhof ausgeheckt, in einem weitläufigen Anwesen, das im achten Jahrhundert von Benediktinern erbaut wurde.

Doch zog durch das alte Gemäuer solch frischer Geist, der schon damals Großes erahnen ließ. Die Optik der frühen Jahre von Meiré und Meiré war reduziert und knallig zugleich, modern und doch irgendwie klassisch.

Eigentlich gibt es zwei Meirés. Da ist (more…)

Deutsche Bank, logo

Freitag, November 13th, 2009

deutsche-bank-logo.jpgDeutsche Bank. Founded 1870 in Berlin. Gigantisch, höher als ein Haus, streckt sich das blaue und graue Logo der Deutschen Bank links der Abfahrt vom Flughafen Tegel in den Berliner Himmel.

Der erste Blick auf die deutsche Hauptstadt. Das nenne ich ein klares Markenbild! Und überhaupt, das Design und die Markenführung der Deutschen Bank. Chapeau, Respekt. Da lässt sich wenig dran mäkeln.

Alleine schon der Markenname. Deutsche Bank. Das Land als Adjektiv, den Typus als Substantiv. Dazu dann die emotionale Aufladung der Markenbotschaft mittels Tradition. Ich bin ein Berliner.

Kraftstrotzend knallt dem Besucher dieses bullige Riesenlogo ins Auge, da schraubt sich massiv ein Motiv in den Kopf des Betrachters. Das wuchtige Quadrat und inmitten dann dieser diagonale blaue Balken. Graphisch wirkt dies perfekt. Besser kann man ein Markenversprechen und den Markenkern nicht positionieren.

Das Quadrat gibt den (more…)

Dresdner Bank - es hat sich ausgegrünt

Mittwoch, Juni 24th, 2009

dresdnerbankmit-fahrrad.jpg

Grün wurde als Signalfarbe der Dresdner Bank gewählt. Sie wissen schon, das grüne Band der Sympathie, das klebt in den Köpfen der Kunden. Wenn es da nicht ein Problem gäbe: Sympathie ist nicht grün.

Denn grün ist keine warme Farbe. Die Funktion der grünen Farbe ist eine ganz andere. Grün gilt als die Farbe des Lebens, der Inspiration durch Baum und Pflanze, als Farbe der Rückbesinnung auf das Natürliche. Keine Frage, grün ist positiv, bejahend. Soweit alles im grünen Bereich. Grün ist nicht schlecht, denn beim Ampelgrün dürfen wir ja über die Strasse.

Auch ist grün die Farbe der (more…)

Modernisme - Protest gegen die Gerade

Dienstag, Mai 26th, 2009

modernisme.jpg

Barcelona, im April 2009

Beim Bummel durch die Strassen Barcelonas fallen rasch die zahlreichen Art-Nouveau-Gebäude ins Auge. Wohl keine Stadt der Welt kann einen solchen Reichtum an Jugendstilhäusern vorweisen wie die Metropole Kataloniens.

Die katalanische Spielart des Jugendstils wird hier Modernisme Català genannt und vielen scheint er als die wohl radikalste und auch erfolgreichste Ausprägung des europäischen Jugendstils.

Eigentlich ist der Modernisme ein (more…)

Braun ist hübsch, außer im Logo!

Montag, Mai 11th, 2009

kolping.jpggefunden in Düsseldorf, im Frühjahr 2009

Schwarzbraun ist die Haselnuss, schwarzbraun muss mein Mädel sein, sangen einst unser Barde Heino und die Jungs vom Golden Gate Quartett.

Was beim Menschen überaus ansehnlich ist, scheint mir bei den Farben eines Markenlogos eher fragwürdig.

Ein Logo aus schwarz und braun. Wie kommt so etwas rüber? Na ja, schwierig bis geht gar nicht.

Braun im Logo ist eine häßliche Farbe, denn dieser Farbton kann doch in der Farbenpalette nicht eben als Sympathieträger gelten!

Und schwarz als Logofarbe? Schwarz ist der Gegenentwurf zu bunt und nach schwarz kommt nichts mehr. Vorher wohl noch der (more…)

Warum das Weiße Haus weiß ist

Montag, Februar 9th, 2009

Warum ist das Weiße Haus weiß? Und warum tragen Ärzte weiße Kittel?  Zufall kann das nicht sein, nein, es geht um die tiefenpsychologische Wirkung der Farbe, um die unbewußte Botschaft, die von einer Farbe ausgeht. Farbenlehre.

Weiß bildet (more…)

Fotokiste: Fernando Tejeda

Montag, Dezember 15th, 2008

tejedablog.jpg

Bereits von Kindesbeinen an stand für Fernando Tejeda fest: Er würde Chiles bester Maler werden. Er wollte seinem Onkel Mono Tejeda nacheifern, einem gefeierten chilenischem Karikaturisten, seinem großen Vorbild. Nach Abitur und Industriedesign-Studium in der Hafenstadt Valparaiso ging es dann für Fernando Tejeda allerdings nichtschnurstracks nach oben, sondern ins Exil nach Deutschland.

In den 80er Jahren gelingt es Fernando Tejeda allmählich, den Schrecken der Vergangenheit abzustreifen und seinen eigenen Stil zu finden. Und es zieht ihn eigentümlicherweise hin zu sehr grellen und vitalen Ausdrucksformen: Er verbindet nun Stilformen der Jungen Wilden (more…)

Fotokiste: Konrad Kujau

Montag, Oktober 27th, 2008

Konrad Kuja Fälscher der Hitler Tagebücher

Er galt als der spektakulärste Fälscher des 20. Jahrhunderts und alle - fast alle - haben breit gegrinst. Vor allem er, Konrad Kujau, der die halbe Welt zum Narren hielt.

Im April 1983 kündigte das Wochenmagazin stern überraschend an, die Geschichte des Nationalsozialismus müsse neu geschrieben werden. Die Zeitschrift habe die bis dahin unbekannten und verschollenen Tagebücher Adolf Hitlers entdeckt und werde diese nun veröffentlichen. Über seinen Starreporter Gerd Heidemann sei der stern auf abenteuerlichem Weg zu Hitlers Tagebüchern gelangt.

Für viele Millionen hatte der stern 28 Bände mit detailgenauer Schilderung aus dem privaten und politischen Leben (more…)

Fotokiste: Daniel Horacio Politi

Dienstag, September 16th, 2008

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Buenos Aires, im Dezember 1987

Daniel Horacio Politi hat schon weit bessere Zeiten gesehen, als ich ihn 1987 in Buenos Aires aufsuche. Der Alkohol und der Ehrgeiz haben ihm ein gutes Stück seiner Zuversicht ausradiert. Er steht da, mit weißen Bart und höchst vergnügt, an seiner Staffelage im Caminito von La Boca, dem von italienischen Einwanderern geprägten farbenfrohen Hafenviertel der argentinischen Hauptstadt.

Jetzt zählen die zwei Nationalpreise für Malerei nicht mehr, die man ihm angetragen hat, besitzt auch die Tatsache keine Bedeutung, dass er lange Jahre als Picasso Argentiniens gegolten hat. All das ist weit weg. Jetzt hält er nur noch (more…)

Miles Davis als Maler

Montag, September 8th, 2008

milespainting.jpgIn den Schaffenskrisen der späten Jahre sucht Miles Davis Zuflucht und Trost in der Malerei. Er vermag körperlich nicht mehr die Trompete zu spielen, die Hüfte, die Galle, der Magen, dieser Schlaganfall. Seine eingeengte Kreativität überträgt er nun auf die Malerei.

Vielleicht will er mit dem Malen auch den Drogen entgehen, die ihn zu oft im Griff halten. Die Malerei soll ihn ablenken von Last und Laster.

Als Muisker ist er bestgebildet, gilt als ein Perfektionist, doch als Maler, da bleibt er Autodidakt. Zunächst malt er skizzenhafte kleine Strichzeichnungen, Musiker, einen Don Quixote, einen Ritter, Josephine Baker. The Kiss, zwei Menschen, die sich küssen und im Herzen (more…)