Archive for the ‘Fotokiste’ Category

STOCKPRESS.de

Samstag, August 7th, 2010

Es gibt einen jüngeren, hübschen Bruder dieser Website: STOCKPRESS.de. Notizen von unterwegs.

Das neue STOCKPRESS.de wird im Lay-out einer Online-Zeitung gestaltet. So erscheinen hier auch die eher journalistischen Stücke, die längeren Berichte, die Korrespondenzen aus Übersee, die literarische Spurensuche, die Reportagen.

Nun auch mit professioneller Einbindung von AdSense. Google sei Dank. Vergessen Sie deshalb nicht, sich auch die AdWords-Anzeigen anzuschauen.

Diese Website - STOCKPUNKT.com - konzentriert (more…)

Fotokiste: Paul Saffo

Montag, Juli 19th, 2010

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Palo Alto, im Juli 2005

Der Professor zeigt sich auf der Höhe der Zeit. Als der Mann in Jeans und weißem Hemd den Hörsaal der Stanford University betritt, geht er zuerst an die Tafel und kringelt seine E-Mail-Adresse und die URL seiner Homepage. www.saffo.com.

Paul Saffo. Der Name gehört einem der hellsten Köpfe unserer Zeit. Kein Hochschullehrer redet intelligenter über neue Medien als er, keiner erklärt die Chancen und die Faszination des Internets verständlicher als er. Paul Saffo gilt als das Brain des Silicon Valley.

Der Mann mit der hohen Stirn, dem buschigen Schnauzbart und mit der ein wenig zu groß geratenen Brille kann (more…)

Fotokiste: Bei Bhagwan

Mittwoch, Juli 7th, 2010

Indien Discover India Mumbai Pine Poona Reise Weltreise

Poona/Indien, im Januar 1982

Die kritischen Punkte kriegt man schnell zu Ohren: Die Hauspreise steigen, die Güter werden knapp und die Sitten verludern. Beliebt scheint der Bhagwan, von ihm ist die Rede, bei seinen indischen Landsleuten nicht gerade zu sein.

In Poona fährt mich ein Fahrer mit seiner Rikscha die drei Kilometer hinaus in die feine Villengegend um den Koregaon Park, wo ich dem berühmten Ashram des so Gescholtenen einen Besuch abstatten möchte.

Shree Rajneesh Ashram. Dessen Mission nehmen die Inder nicht für voll. Sondern sehen sie eher als eine Art (more…)

Fotokiste: Octavio Paz

Mittwoch, Juni 23rd, 2010

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Im Ausland gilt Octavio Paz als eher Konservativer, doch in seiner mexikanischen Heimat gibt er die liberale und aufmüpfige Kulturzeitschrift Vuelta heraus. Eigentlich ist er ein Poet und Intellektueller mit Ecken und Kanten, jemand, der so recht in keine der üblichen Schablonen passen will.

Von Octavio Paz gibt es das Gedichtbändchen Suche nach einer Mitte, und dies mag vielleicht als Leitspruch seines Lebens gelten - weniger politisch, das auch, sondern eher philosophisch. Die Literatur ist, um einen etwas altmodischen Begriff zu verwenden, Zwiegespräch. Sie habe dem Dialog, dem Diskurs und dem Ausgleich zu dienen.

Schon richtig, meint er darauf angesprochen, er suche die Balance der Extreme, den Kompromiss von Kapitalismus und Kommunismus, den Ausgleich von Vernunft und Gefühl, von Wirklichkeit und Idee. Denn die beiden vorgeblichen Paradiese, das kapitalistische wie das sozialistische, haben sich zu Höllenbildern gewandelt.

Paz sieht das Scheitern aller (more…)

Fotokiste: Mumbai

Dienstag, Juni 8th, 2010

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Mumbai, im Februar 1982

Auf den Strassen Mumbais feiern Millionen Bakterien wilde Orgien. Die Stadt, die früher Bombay hieß, kommt erbärmlich daher. Chaotisch, laut, elend, es riecht überall nach Fäkalien. In den Strassengräben tummeln sich die Ratten, auf der Fahrbahn patrouillieren Polizisten. Das ist Mumbai: unten Ratten, oben Polizei.

In Kontrast zur pittoresken Architektur und zum bisweilen bräsigen Daseinsfatalismus habe ich in toto selten so geschundene Menschen gesehen wie auf Mumbais Strassen. Nicht nur Armut, was auszuhalten wäre, sondern an jeder Ecke schlimmstes nacktes Elend.

Die schrecklichsten Bettler sind jene, die sich selbst verstümmelt haben, um Mitleid zu erregen. Beispielsweise jene, die nur noch (more…)

Fotokiste: Manuel Vázquez Montalbán

Montag, Mai 24th, 2010

manolo-vazquez-montalban.jpgIm Spanien der späten 70er Jahre ging es hoch her. Den General von Gottes Gnaden hatte man gerade glücklich unter die Erde gebracht, Champagner floss, la transición, der Übergang zur Freiheit, wurde besungen, bejubelt. Aufbruchstimmung.

Besonders ein Intellektueller legte sich für die knospende Demokratie mächtig ins Zeug. Einen kleinen, dicken schnauzbärtigen Herrn aus Barcelona, Manuel Vázquez Montalbán, konnte man jeden Tag von Redaktion zu Redaktion eilen sehen.

Bei Triunfo lieferte er eine bissige Satire ab, dem Chefredakteur des El Periódico knallte er eine Fussballkolumne auf den Tisch und in Interviú gab er Avantgardistisches zum Besten.

Manuel Vázquez Montalbán, der Peter Pan des Journalismus, hieß es damals. Ein Geist, ein Phantom. Gab es den Mann überhaupt? (more…)

Fotokiste: Gertrud Höhler

Dienstag, Mai 11th, 2010

Prof. Dr. Gertrud Höhler Bestseller-Autorin Autorin Sachbuch hohlerblog.jpgMünchen, den 23. Oktober 1992

In den 80er Jahre war Professor Dr. Gertrud Höhler eine gefeierte Autorin zu gesellschaftlichen Themen. Als Alfred Herrhausen sie dann als Kommunikationsberaterin zur Deutschen Bank holte, eröffnete sich eine Option.

Hero Kind, der Geschäftsführer des ECON Verlages, ermunterte sie, nun auch zu Wirtschaftsthemen zu schreiben. Anfänglich zögerte Gertrud Höhler, sich auf das neue Terrain zu bewegen. Aber dann legten wir los. Ich wurde ihr neuer Lektor.

Die Option wurde zum Riesenerfolg. Vorher und wohl auch nachher hat keine Frau in Deutschland so tiefgründig und analysestark über die Beziehungsmechanismen im Management geschrieben wie sie. Und niemand, so möchte man anfügen, hat so viele Bücher zum Thema verkauft wie sie.

Autor und Lektor gelang es (more…)

Fotokiste: Lima, die aschgraue Liebe

Dienstag, April 27th, 2010

Lima Peru Reise Inka Urlaub Tourismus Sheraton Hotel lima-sheraton.jpg

Lima sei die hässlichste Stadt, die er kenne, hat einmal der peruanische Literat Alfredo Bryce Echenique kund getan, wofür er im eigenen Land prompt ziemlich viel Prügel einstecken durfte. Prügel, die er jedoch mannhaft ertrug, wie ein Caballero, der sich bis in die Hutspitze im Recht wähnt.

Wenn man in Südamerika eine typische Dritte-Welt-Stadt zu benennen hätte, so verkörpert diesen Typus wohl idealtypisch jene blasse Metropole am Pazifik. Dieses Lima mit bettelnden Müttern und klauenden Kindern, mit Vätern, die keine Arbeit finden und saufen gehen, mit Kraterlandschaften, die sich Straßen nennen, diese Stadt mit Wasserhähnen, aus denen häufig eine braune Sauce tröpfelt und mit Menschen vor katholischen Suppenküchen, die von Jahr zu Jahr mehr werden.

Dieses Lima erweist mehr und mehr sich als Stätte des verzweifelten Lebenskampfes bei Tag und der kleinen und großen Gauner bei Nacht. Um die Metropole herum haben (more…)

Fotokiste: Richard Stolley

Dienstag, April 13th, 2010

Richard Stolley TIME Magazine Journalist Verleger People Publisher Life

Palo Alto/California, im Juli 2005

Richard Stolley gilt drüben in den USA als Legende im Journalismus. Als ein Blattmacher, dessen Wort in der Branche zählt.

Stolley ist ein netter älterer Herr vom guten Jahrgang 1928, in Ehren ergraut und bedächtig in der Sprache. Aber in dem hektischen Geschäft mit Zeitschriften erfahren wie kein zweiter ist.

Möglicherweise lässt sich weit und breit kein zweiter Publizist finden, der mehr Einblick und mehr Erfahrung im Magazinjournalismus vorweisen kann als dieser Dick Stolley.

Dick arbeitete zwei Jahrzehnte bei der berühmten Hochglanz-Illustrierten Life. Das Wochenblatt ging in die Annalen der amerikanischen Magazinhistorie ein, weil die Zeitschrift nicht wegen Erfolgslosigkeit, sondern wegen zu viel Erfolg eingestellt werden musste. Die (more…)

Fotokiste: Joaquin García Sánchez

Freitag, März 26th, 2010

iquitos-kirche.urwald urlaub LAN Lufthansa fernreise dschungel tropen gott Vatikan Kathedrale KatholizismusjpgInmitten des schwülen Urwaldes thront majestätisch La Iglesia Matriz, 1919 erbaut, mit dem hellen Kirchturm, der sich wie ein erhobener Finger gen Tropenhimmel reckt.

Es ist dies die schönste Kirche weit und breit und für mich unter allen einfachen Gotteshäusern die imposanteste überhaupt. So klar, so weiß und so makellos.

Mit Pastoren einen normalen Umgang zu pflegen, gestaltet sich mitunter schwierig. Oft erscheinen sie einfach zu weit weg von dieser Welt und zu nahe an Gott.

Der Kirchenherr von Iquitos, Pater Joaquin García Sánchez, hingegen ist ein Mann, der mit beiden Beinen und vor allem mit ganzem Herzen im Diesseits lebt.

In dieser gewaltigen Urnatur mitten im peruanischen Dschungel braucht es auch keinen Priester, der von Paradies oder Hölle schwadroniert, wo doch das Paradies draußen vor der Tür zu finden ist, und die Hölle (more…)