Ground Zero

ground-zero.jpgNew York, im Juni 2010

Wenn man diesen Ort des Grauens besichtigt, so bleiben noch heute – fast zehn Jahre nach der Katastrophe – die Stimmen stumm. Noch immer lässt sich nicht richtig fassen, was hier am Vormittag des 9. November 2001 eigentlich geschah.

Zwischen den funkelnden Hochhäusern des Finanzdistriktes, dort wo einst die beiden über 400 Meter hohen Türme des World Trade Center standen, klafft nur noch ein riesiges Loch, ein hässlicher Krater. Der Ground Zero.

Ground Zero nennen die Militärs jenen Bodenpunkt, auf den eine Bombe oder Rakete unmittelbar auftrifft und explodiert und die höchste Sprengkraft entfaltet.

Für den Fußgänger bleiben die Überbleibsel dieser Tragödie akkurat hinter Sichtschutzplanen versteckt, so dass man von der Strasse aus keinen Einblick mehr von dem bekommt, was hier an diesem Herbstmorgen geschah.

Aus der Luft jedoch wird der Horror wieder sichtbar. Wie eine faule Zahnlücke zwischen blendenden Zähnen ist Ground Zero, dieses Nichts inmitten von Leben, in die Südspitze Manhattans hineingebohrt.

Wie kann ein solcher Anschlag auf die Humanität von Menschenhand passieren? Wie groß muss die Verblendung, der Hass, der Neid oder was auch immer sein, um zwei 110-stöckige Hochhäuser in Asche zu bomben und über 3.000 Väter, Mütter und Kinder das Leben zu nehmen?

Eine Gedenkstätte zu 9/11, in dessen Mittelpunkt zwei riesige Wasserbecken stehen, ist in Bau. Doch auch so bleibt diese Bauruine auch ein Mahnmal dessen, welche Gräuel der Mensch dem Menschen zuzufügen vermag.

Und womöglich ist es gerade der Kontrast zwischen der hochtechnisierten Glitzerwelt New Yorks und dieser schauderhaften und beklemmenden Baugrube, der so nachdenklich macht. Denn beides steht als Symbol menschlicher Macht und Kraft.