Google. Fast – aber nur fast – eine normale Firma

HQ Zentrrale Google Kalifornien Stanford Brin Page google mountainview adsense adwords.jpgIn einem Dorm, dem Dormitorium, in einem der kargen Schlafräume des Escondido Village, in den Studentenwohnheimen der Stanford University, wurde Google 1998 gegründet.

Von den Studenten Sergey Brin, einem gebürtigen Russen, und Larry Page aus Michigan. Beide heute 14 Milliarden Dollar schwer.

In der Zentrale von Google in Mountain View meint man dann auch eher auf dem Campus der nahen Stanford University zu sein. Junge Leute, internationales Flair, Jeans und offenes Hemd, ein lockerer Ton. Verteilt auf ein Dutzend Firmengebäude, alle hell, alle neu und alle modern.

In der Tat ist die Unternehmenskultur bei Google mit kreativem Chaos am besten umschrieben. Tüftler-Denken. Es wird diskutiert, entworfen, verworfen, probiert, ein trail and error unter kalifornischer Sonne.

Bei Google haben die Programmierer, die Ingenieure, die Software-Architekten, die Studenten das Sagen, nicht Betriebswirte oder Manager. Da liegt wahrscheinlich der Unterschied, das macht den ganzen Laden so ungemein kreativ.

Doch wo Sonne, da auch Schatten. Google ist in den letzten Monaten kräftig unter Beschuss geraten. Die Vorwürfe klingen allesamt hässlich: Monopol, Datenschutzverletzung, Antitrust Investigations, Urheberrechtsverletzung.

Dazu: In der Krise kommen die Anzeigenerlöse nicht mehr von alleine. Auch beim Google-Handy kommt man nicht so recht voran, Apple stiehlt die i-Show. Leute mussten gehen. In den USA und anderswo. Das war ein Schock. Irgendwie wurde Google zu einer ganz normalen Firma.

Heute liegt der Marktwert irgendwo bei 200 Milliarden Dollar. Eine Aktie kostet um die 470 Dollar. Sie stand auch schon mal bei 630 Dollar. Trotzdem: Google ist die vielleicht beste Marke der Welt. Weil die Firma immer mit etwas Neuem überrascht.

Diese Innovationskraft brodelt wie ein Vulkan. Diese kompromisslose Zukunftsorientierung gehört zur DNA, zum Erbgut und zur Kultur des Unternehmens. Was sind die nächsten Pläne?

Mobile Anwendungen, ein Schwerpunkt. Vision: Das mobile Internet der Zukunft. Dazu Software Applications und Newsservices, aggregierte Dienste. Nicht Inhalte, sondern Tools und Infrastruktur um diese Inhalte herum. Das wird spannend!

Sympathisch, Google ist mehr start-up denn Konzern: Brin und Page teilen sich noch immer ein Büro.

siehe auch: Google – bestes Firma von Welt
siehe auch: Google und die Verleger
siehe auch: Googles Firmenphilosophie