Ja, wo sind sie denn?

strandkorbe-auf-sylt.jpgSylt, im April 2010

Ich mag Sylt, und besonders mag ich Sylt im Frühjahr, wenn die Touristen noch nicht da sind.

Denn Sylt ist keine Insel, Sylt ist eher ein Lebensgefühl, mehr noch, Sylt ist ein Jungbrunnen für steife Glieder und vertrocknete Organe.

Auf Sylt weht meist eine solch steife Brise, dass es einen umzuhauen droht. Aber genau diese Urkraft ist es, die die Insel so attraktiv macht. Die frische jodhaltige Luft bläst dem feinstaubgeplagten Städter von morgens bis abends ohne Unterbrechung entgegen.

Damit man nicht gleich wegfliegt und zum weiteren Schutze stellt man seit Jahrzehnten Strandkörbe auf. Diese privaten Kojen des Wind- und Lärmschutzes dienen als großartige Trutzburgen gegen die Allgewalt, die da vom Meer herweht.

An jedem Strandabschnitt sind diese Strandkörbe zu mieten und die Hinweisschilder nicht zu übersehen. Wenn nach dem strengen Winter die Strandkörbe noch nicht alle rausgestellt sind, zeigt ein solches Schild ins Leere, auf einen Strand ohne Korb, irgendwie in die falsche Richtung.

Doch das verwaiste Schild zeigt gen Meer. Und darum geht es doch letztendlich.