Argentinien ist überall
Nicht nur Griechenland zeigt sich heillos überschuldet. Auch Spanien, Portugal und Italien mögen als Sünder anzusehen sein. Selbst Deutschland benimmt sich nicht gerade wie ein Musterknabe.
Als anschauliches Beispiel, was einfachen Steuerbürgern blühen kann, wenn ein Staat ob seiner Schulden überkippt, mag Argentinien dienen. Ich kenne das Land gut, war lange dort und weiß, zu welchen Schweinereien so mancher Pampa-Caudillo fähig ist.
Das Land stand in den letzten beiden Jahrzehnten schon einige Male am Abgrund. Und einen Schritt vortreten musste dann stets das anständige Bürgertum.
Die argentinische Regierung ordnete beispielsweise an:
- die Zwangsumwandlung von Sparguthaben in Staatsanleihen (1999),
- die Blockade von privaten Sparkonten,
- das Verbot von Auszahlungen durch Banken (2001),
- den Zwangsumtausch von Dollar-Guthaben in weiche argentinische Pesos,
- die Abwertung der Nationalwährung Pesos,
- die Verstaatlichung privater Pensions-Guthaben (2008),
- die Nicht-Bedienung von Auslandsschulden,
- die Nicht-Rückzahlung von Staatsanleihen,
- einen Forderungsverzicht von 70 Prozent bei allen Gläubigern.
Möge also keiner mehr behaupten, er wüsste nicht, wohin ein überbordender Schuldenstaat führen kann. Das Menetekel steht. Die Pampa liegt auch in Europa.