Schuldenmeister Deutschland

Schauen wir uns einmal den Haushalt des Bundes für das Jahr 2010 an. Und begutachten wir ihn – nicht politisch -, sondern betriebswirtschaftlich.

Die nackten Zahlen: Die Einnahmen belaufen sich auf 240 Milliarden Euro. Ausgaben 320 Milliarden Euro. Macht einen Verlust von 80 Milliarden. Das bedeutet eine Negativ-Rendite von 33 Prozent. Jedes Unternehmen müsste nun zusperren.

Deutschland deckt diese Lücke mittels Kredit. Die 80 Milliarden Euro werden als neue Schulden aufgenommen. Damit wachsen Deutschlands Altschulden auf 1,7 Billionen Euro. Alleine der Zinsdienst für diese 1.700 Milliarden Euro beträgt 41 Milliarden Euro pro Jahr.

Man muss sich dies vor Augen halten: Von den 240 Milliarden Einnahmen gehen alleine 41 Milliarden (also 17 Prozent) an Zinsen drauf. Das alles ganz ohne Tilgung.

Denn getilgt wird nicht. Die Schulden steigen lustig weiter. Sie belaufen sich schon jetzt auf 70 Prozent des Bruttoinlandsproduktes.

Frage: Kann ein solcher Betrag von 1,7 Billionen Euro jemals getilgt werden? Ich behaupte: unmöglich! Wenn man jedes Jahr stolze 10 Milliarden Schulden tilgen würden (nebst dem Bedienen der Zinslast), so würde man 170 Jahre brauchen bis die ganze Schuld von 1,7 Billionen auf null wäre.

Aber von Tilgung ist ja auch nicht die Rede. Es werden immer mehr Schulden gemacht. Damit darf sich dann die nächste Generation herumschlagen. Après nous, le déluge!