Archiv für den Monat: März 2010

Vom langsamen Exitus des Journalismus

Immer wenn es im Hotel, an der Grenze oder sonst wo die Berufsbezeichnung einzutragen gilt, schreibe ich kurz – wie schon seit 35 Jahren – Journalist. Aber dieser, so meint die NYT, sei eine aussterbende Spezies, als Berufsstand dem sicheren Tode geweiht. Ihn ereile – oh Graus – das gleiche Schicksal wie dem Stahlkocher in den 70er Jahren. Starker Tobak!

Dieser Kommentar der New York Times, des intellektuellen Eliteblattes der amerikanischen Ostküste, ist ein Schlag in die Magengrube eines jeden Journalisten. Das tut weh, nicht nur in den USA.

Der Journalist, überrollt von Weiterlesen

Die Baumwollpflücker

die-baumwollpflucker-b traven deutschland Buch rowohlt schriftsteller autor mexiko lateinamerika geheimnis.jpgDas Mexiko der 20er Jahre gilt als das Land des großen Umbruchs. Die Bauernrevolution des Emiliano Zapata und des Pancho Villa hat nach blutigen Bürgerkriegsjahren gesiegt. Zusammen mit liberalen Bürgern gelingt es den Revolutionären, das korrupte System des Despoten Porfirio Diaz wegzufegen.

Es herrscht eine Aufbruchstimmung ähnlich jener der russischen Revolution – nur mit sehr viel mehr Sonnenschein. Das Land zieht Schwärmer an, Abenteurer und Idealisten, aber auch Flüchtlinge aus der ganzen Welt.

In Mexiko treffen sich Verfolgte des Stalinregimes, später die Opfer der Hitlerdiktatur, aber auch kritische Intellektuelle aus den USA und Europa. Ein Land, wie geschaffen für B. Traven.

Denn das Leben dieses B. Traven bleibt nach wie vor im Dunkeln. In seiner Erzählung Die Baumwollpflücker schreibt Traven, warum er Mexiko als idealen Fluchtort sieht: Mexiko ist ein Land, wo es als taktlos, beinahe beleidigend gilt, jemanden nach Namen, Beruf, Woher und Wohin auszufragen.

Die Baumwollpflücker ist B. Travens erste Erzählung und als er sie Weiterlesen

Streuselkuchen

Streuselkuchen. Schon beim bloßen Aussprechen läuft einem das Wasser im Munde zusammen. Ein flacher Hefekuchen und lockerer Streusel obendrauf.

Sprachlich ein eher Weiterlesen

Schuldenmeister Deutschland

Schauen wir uns einmal den Haushalt des Bundes für das Jahr 2010 an. Und begutachten wir ihn – nicht politisch -, sondern betriebswirtschaftlich.

Die nackten Zahlen: Die Einnahmen belaufen sich auf 240 Milliarden Euro. Ausgaben 320 Milliarden Euro. Macht einen Verlust von 80 Milliarden. Das bedeutet eine Negativ-Rendite von 33 Prozent. Jedes Unternehmen müsste nun zusperren.

Deutschland deckt diese Lücke mittels Kredit. Die 80 Milliarden Euro werden als neue Schulden aufgenommen. Damit wachsen Weiterlesen

non nomen

herzogsagmuhler.JPGAm Wochenende komme ich an einem neueröffneten Ladengeschäft vorbei. Herzogsägmühler Laden. Aha.

Herzogsägmühler Laden. Mit zwei Umlauten. Und das alles auch noch in schwierig zu lesenden Versalien geschrieben.

Merkwürdig mutet dieser seltsame, enigmatische Name an. Und alles ganz ohne Unterzeile oder Erklärung.

Herzogsägmühler Laden. Fast ein Zungenbrecher, zumindest ein halbes Mysterium. Was mag man in dem Geschäft bloß verkaufen?

Wer ein Ladengeschäft aufmacht, der sollte allerlei beachten: Weiterlesen

It’s Muschel-Time

Restaurant in Frankfurt Spezialitäten Gourmet Delikatessen .JPGWer dieses Blog regelmäßig liest, der weiß, hier schreibt kein Gegner von Anglizismen.

Im Gegenteil, Wörter und Begriffe von außen können auch als Bereicherung des Deutschen aufgefasst werden.

Allerdings platzt meine Hutschnur bei sprachlichem Kuddelmuddel und internationalem Mischmasch.

Neulich, da war es wieder soweit, in einem Frankfurter Edelschuppen, dem Restaurant New Brick. Vornehm und trendy. Californian Restaurant. Feiner Laden, lausiges Sprachgefühl. Denn eingeladen wurde zur Weiterlesen