Dick & Doof

Die gelungenste Paarung der Filmgeschichte bleibt für mich Stan Laurel und Oliver Hardy. Das Klamauk-Duo Dick & Doof, Clever & Dürr, Listig & Tolpatschig.

Das waren zwei Typen, die sich einprägten, markante Temperamente, denen man auch nach Jahrzehnten mit Freunde zusieht. Stan & Olli, keine wohlgeformte Allerweltskerle, sondern Knautschgesichter, die Geschichten erzählen. Originalität als Erfolgsformel.

Heute bleibt Originalität weitgehend unerwünscht. In der Politik, der Wirtschaft und den Medien. Dort herrscht oft das Gegenteil von Unverwechselbarkeit: Die Akteure unserer Tage sind stromlinienförmig, austauschbar, leicht zu verwechseln – und damit eigentlich überflüssig.

Dabei ist der Menschen Leben ein einziges Streben nach Differenzierung, weil sich jedes Individuum einzigartig dünkt. Wie wir uns kleiden, wie wir uns verhalten, was wir tun und lassen – stets versuchen wir uns von anderen abzusetzen. Differenzierung – anders zu sein als der andere -, daraus entwickelt sich die Dynamik des Lebens.

Desgleichen gilt im Berufsleben. Unternehmen, die unverwechselbar sind, haben es einfacher als profillose Allerweltbetriebe. Ein Verlag sollte insofern Dick oder Doof sein, nie hingegen beides zusammen. Wer es allen recht machen möchte, der macht es am Ende keinem recht.