Der unheimliche Vokal “u”

ein-u.jpgIch will Ihnen nicht ein X für ein U vormachen. Im deutschen Sprichwort ist dieses “U” durchaus positiv zu verstehen und das “X” eher dubios. Lautmalerisch haftet dem Vokal “U” allerdings ein Problem an.

Während das “A” als Vokal des Wohlwollens und der Mütterlichkeit gilt, klebt dem Vokal “U” etwas sinisteres, gar etwas Unheimliches an. Wenn ein Kind beim Karneval als Gespenst wandelt, stößt es ein Angst einflößendes “uuhhh” aus.

Wenn man uns erschrecken will, dann brüllen wir ein hartes “buh”. Und gleicher Laut gilt, falls wir ein Missfallen ausdrücken wollen. Wir buhen statt zu klatschen. “U” statt “A”.

Das “U” ist ein dunkler Vokal, der aus der Tiefe des Kehlkopfes hochgepresst wird. Diese dunklen Vokale wie “O” oder “U” erzeugen eine finstere, garstige Atmosphäre.

Phonetisch klug komponiert kann das “U” zwar bisweilen auch eine ruhige und sanfte Stimmung hervorrufen, aber meist dominiert eine muffige und mürrische Intention.

Es ist kein Zufall, dass nur wenige Marken das “U” im Namen führen. Hier dominiert das offene und freudige “A”. Für Markenname oder Firmenbezeichnung taugt das bedrückende “U” herzlich wenig. Oder fänden Sie ein Unternehmen S.U.P aparter denn ein S.A.P.

Lassen Sie es sich einfach auf der Zunge zergehen, das Duell von “U” und “A”! Der Sieger ist klar.

siehe auch: Gib mir ein “a”!