Fotokiste: Erwin Huber

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München, den 23. Oktober 2003

Als ich vor über 15 Jahren aus dem Rheinland nach Bayern zog, da hatte ich auch meine Vorurteile im Koffer. Eines dieser Vorurteile lautete: Die CSU, das wäre doch ein ziemlich bornierter Haufen meist alkoholisierter Ewig-Gestriger. So jedenfalls hatten uns das die SPD und der WDR jahrelang gesagt.

Weit gefehlt. Die Wahrheit vor Ort sah dann doch ein wenig anders aus.

Über die Jahre kam ich ins Gespräch mit Bürgermeistern, mit Abgeordneten, mit der Staatsregierung und mit Ministerialräten. Schnell merkte ich, hier regiert nicht die Borniertheit, sondern ein frischer Geist, der Tradition und Moderne klug miteinander zu vereinen weiß. Laptop und Lederhose eben.

Ich kenne den Staatsminister Erwin Huber, der für Medienpolitik zuständig war, ebenso wie seinen Nachfolger Siegfried Schneider, der dies heute ist. Beide nicht nur sympathische Zeitgenossen, sondern auch kompetente “Kümmerer”. Beide Politiker, die sich engagieren, die Wert auf den Rat von Fachleuten legen und Menschen, die dann auch anpacken.

Zwischen dem persönlichen Bild von Erwin Huber und seinem medialen Zerrbild liegen Welten. Im persönlichen Gespräch ist Huber aufmerksam, kenntnisreich, interessiert und witzig. Im Fernsehen kommt er oft hölzern, ungelenk und rau rüber.

Huber ist kein Dampfplauderer, sondern einer der weiß, wovon er redet. Keiner kennt sich so bei Finanzen aus wie er. Er hat die Finanzverwaltung von der Pike auf gelernt, er kennt die Nöte der sogenannten kleinen Leute und er weiß gleichzeitig auch um wirtschaftliche Notwendigkeiten.

Die Medienpolitik der bayerischen Staatsregierung war vorbildlich. Heute ist München Medienstadt Nr. 2 der Welt – nach New York. Vor London, vor Paris. Über 14.000 Medienunternehmen sind in der Region München beheimatet, 187.000 Beschäftigte verzeichnet die Branche in Buchverlagen, Fernsehanstalten und bei Zeitungen und Zeitschriften.

Gerade die Medienwirtschaft plus Informationstechnologie zählen seit jeher zu den in Bayern geförderten Clustern. Dort wo Sozialdemokraten regieren, weiß man bis heute noch nicht, wie man Cluster buchstabiert. Oder wie Cluster-Förderung funktioniert.

Es ist das Verdienst von Edmund Stoiber, und noch mehr von Erwin Huber, dass die Medienlandschaft in Bayern sich so entfalten konnte. Man sollte das einem Freund in schwierigen Zeiten nicht vergessen.