Google it!

googled.jpgManche haben es bereits bemerkt, andere noch nicht: Kein Unternehmen ist dabei, unser Leben so zu verändern wie Google aus dem sonnigen Kalifornien.

Die Art und Weise, wie wir an Informationen gelangen, wie Produkte uns mit Anzeigen umwerben, wie Daten den Menschen zuzuordnen sind, wie Nachrichten zusammen gestellt werden, wie alte Bücher digitalisiert werden – alles Google.

Google weiß mehr über uns als unser Ehepartner und der Hausarzt zusammen. Immer stärker beeinflusst die Firma aus Mountain View im Silicon Valley wie wir auf die Welt schauen – nicht nur wegen Google Earth.

The End of the World as We Know It. Nichts wird mehr so sein wie vorher. Besonders, möchte man anfügen, für Verleger von Zeitungen und Zeitschriften.

Ken Auletta, ein genauer Rechercheur und analytischer Schreiber, besitzt Zugang zu den beiden Gründern Sergey Brin und Larry Page. Das merkt man dem Buch an. Googled nähert sich seinem Sujet aus Insider-Sicht, kenntnisreich, einfühlsam, durchaus mit Sympathie, aber nicht die Schwächen des Unternehmens aussparend.

Packend erzählt diese Neuerscheinung die Google-Story: Brin und Page, beide Jahrgang 1973, beide Studenten, lernen bei Professor Terry Winograd an der Stanford University das IT-Einmaleins. Page und Brin besitzen eine Vision: sie wollen eine intelligente Suchmaschine programmieren. Das Neue daran: Die Such-Ergebnisse, auf Link-Analyse aufgebaut, werden in ihrer Wichtigkeit gewertet.

Das erste Google-Büro befand sich im Wohnzimmer eines 2-Zimmer-Dorms auf dem Campus im Escondido Village, wo Sergey mit einem Kommilitonen wohnte. Andauernd wurden die Server in der kleinen Studentenbude von Kurzschlüssen lahm gelegt.

Googles Aufstieg ist ohne Vorbild: mehr als 20 Milliarden Dollar Werbeumsatz wird mit Anzeigen heute getätigt, googeln wurde umgangssprachlich zum Synonym für Informationsbeschaffung. Google it!

Worin liegt das Geheimnis des Erfolges von Google? Auletta deutet an, weil es von Ingenieuren geleitet wird. Nicht von Betriebswirten und Anzugsträgern. Dann die entspannte Unternehmenskultur (selbst die Firmen-Masseurin der ersten Stunde wurde Millionärin, Stock Options sei Dank). Und die Vision der beiden Gründer. Nicht das Ziel, Geld zu verdienen, stehe im Vordergrund.

Aber in puncto Eroberung von Marktanteilen stellt Google sich schlauer an als die schlauesten Betriebswirte: freie Suche, freie Mails, freie Tools. So durchdringt man Märkte.

Am interessantesten für Verleger mag das Kapitel über AdWords und über sein Matching-Programm AdSense sein. Als das Programm im Februar 2002 auf den Markt kam, erkannten die Gründer anfangs das Potential nicht. Aber sie sind stolz auf ihre Neuerung.

Für traditionelle Verleger wird’s dabei garstig: AdWords mit seiner Zielgenauigkeit und der Click-Abrechnung ist der alten Anzeigen-Welt haushoch überlegen. Aber etwas anderes mögen Brin und Page auch. Die Programme sind demokratisch, dienen sie kleinen und großen Anbietern doch in gleichem Maße.

siehe auch: Googles Firmenphilosophie

2 Gedanken zu „Google it!

  1. Udo Schöneisen

    Google verlinkt nur. Wer sich darüber ärgert, sollte sich darüber ärgern, dass er nicht selber darauf gekommen ist.

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