Der Computer ist schuld an der Globalisierung!

Pilotprodukt des wirtschaftlichen Fortschritts im 20. Jahrhundert war das Automobil. Ermög­lichte dieses Vehikel doch, Menschen und Waren von München nach Hamburg in weniger als 10 Stunden zu bewegen. Der Grundstein für Mobilität war gelegt, eine Explosion wirt­schaftlichen Wachstums folgte.

Als Leitprodukt unserer Tage gilt nicht mehr das Automobil, sondern die Telekommunikation. Über 10 Stunden München-Hamburg wird da nur milde ge­lächelt. Der Computer und das Glasfaserkabel schaffen München-New York in einem Wimpernschlag. In Sekundenschnelle erreicht die Wunderki­ste Computer jeden Punkt des Erdballs.

Dieser freie und hyperschnelle Fluss von Informationen, Kapital und Know-how führt dazu, dass Grenzen, Sprachbarrieren, nationale Gesetze und Regelungen nicht mehr zäh­len. Das Internet sorgt für das Zusammenrücken der Welt, für die Angleichung der Lebensver­hältnisse. Die Welt bleibt 24 Stunden geöffnet und Arbeit kann theoretisch im hintersten Winkel der entlegensten Wüste erledigt werden.

Wenn Arbeit nun global geleistet werden kann, dann bedeutet dies auch, dass Wettbewerb fortan global stattfindet. Jahrzehnte auf­gebaute Trutzburgen und Schutzmechanismen bröckeln nach und nach. Musste bis vor einigen Jahren ein Produkt oder eine Dienstleistung nur regional oder national wettbewerbsfähig sein, so müssen diese heute auch weltweit bestehen können.

So unangenehm dieser vermehrte Wettbe­werb für die Firmen ist, die Globalisierung hat kurioserweise zwischen den Nationen ein Stück Chancenangleichung geschaffen, die jahrzehntelang allseits gefordert worden ist. Für den Ein­zelnen verbirgt sich hinter dem globalen Wettbewerb eine dramatische Entwicklung: Ir­gendwo auf dieser weiten Welt wird es immer jemanden geben, der es auf seinen Arbeits­platz ab­gesehen hat.

Die Globalisierung des Wettbewerbs wird zu einer Intensivierung der Konkurrenz und zu ei­ner Absenkung des Lohnniveaus führen. Hier nach Schutzregeln zu rufen oder auf Rumänien zu schimpfen, bringt im Technologiezeitalter nichts. Vielmehr sollte ein jeder versuchen, sein Produkt und seine Dienstleistung güte- und preismäßig so zu optimieren, dass man auch im globalen Rahmen wettbewerbsfähig bleibt.