NYT LAB

newyorktimes2009.jpgIn dem luftigen und hellen Glasgebäude  620 Eighth Avenue residiert eine der besten Tageszeitungen der Welt.

In den unteren Etagen der ehrwürdigen New York Times, dort wo über drei Etagen die Newsdesks der 1.200 Redakteure stehen, herrscht miese Stimmung. Die Geschäfte laufen nicht wirklich gut und gerade hat der Verlag angekündigt, über 100 Schreiber vor die Tür zu setzten.

Im obersten Stockwerk, in der 28. Etage, hingegen sprüht die Kreativität. Fast in Wohnzimmer-Atmosphäre hat hier die New York Times Research & Development Group ihre Büros. Die R&D-Verlagsabteilung, populär auch New York Times LAB genannt, kümmert sich um Wichtiges – nämlich um die Zukunft.

Welche Bedürfnisse besitzen die Leser zukünftig? Auf welche Endgeräte werden die Inhalte der Zeitung gespielt? Wie speise ich die Inhalte in diese verschiedene Kanäle ein? Wo identifizieren wir neue Themenfelder?

Michael Young, der Creative Technologist, lässt uns in sein Lab hineinschauen. Man wähnt sich nicht bei einer betulichen Tageszeitung, sondern in der Software-Schmiede eines Technologie-Konzerns.

Was sind die Themen? Die personalisierte Tageszeitung, da wird getüftelt, Projekt CustomTimes. Die Integration von Videos mittels Chip in Zeitschriften. Mobile natürlich. Die Inhalte der NYT sollen sich allen Endgeräten automatisch anpassen, vom winzigen Handy bis zum Riesenschirm. Virtuelle Tastatur. Real Time Verkehrs-News für ganz New York zusammen mit Google Maps.

E-Reader werden auf Herz und Nieren geprüft. Mit Apples Tablet wird hier der große Durchbruch erwartet. Ein virtueller News-Concierge ist in Arbeit. Alles spannende Projekte, bei manchen Prototypen kribbelts, hier wird die Zukunft der Medien gestaltet.

In der 28. Etage an der 8. Avenue ist die alte Tante NYT dabei, sich neu zu erfinden. Man kriegt vor Augen geführt: Zeitungen werden nicht sterben, sie werden nur anders.