Das Elend mit den Schulbüchern
Wer sich einmal die Schulbücher der Kinder anschaut, den überkommt Traurigkeit und Wut. Weil viele Schulen kein Geld für neue Bücher haben, lernen unsere Schüler nicht nur aus verdreckten Büchern, sondern auch aus Büchern, die schon mal älter sein können als ihre Nutzer. Kann man aus verschlissenen und speckigen Lernmitteln überhaupt erstklassiges Wissen schöpfen?
Die Lernmittelfreiheit hat über die Jahrzehnte zum laxen Umgang mit dem Gut Bildung verführt, sie hat die Werte unseres Miteinanders ins Belanglose verschoben. Denn was ist das für eine Gesellschaft, die bereit ist, für Zigaretten oder den Besuch von Fitness-Studios Unmengen an Geld auszugeben, wo Bildung aber nichts kosten darf?
Die Priorität kippt von der förderlichen Investition hin zum schnöden Konsum. Beim Schulbuch wird gespart, beim Ballermann nicht. Dabei würden die allermeisten Eltern liebend gerne in die Tasche greifen, um anständige Schulbücher zu kaufen.
Doch da sind jene Bildungsschwärmer vor, die die Lernmittelfreiheit wie eine Monstranz vor sich hertragen. Nach der Devise: Wenn schon Scheiße, dann wenigstens für alle.
Es ist ein ernüchterndes Fazit: Unsere ge-pisa-ckten Schüler sind so doof wegen – und nicht trotz - der Lernmittelfreiheit, denn aus verschimmelten Büchern gedeiht keine Spitzenleistung. Ein Streichen dieses Popanz Lernmittelfreiheit wäre das beste Konjunkturprogramm, das sich zum Wohle unserer Schüler denken lässt.
Und auch die Schulbuchverlage und die Buchhändler würden frohlocken, über einen Markt, der sich von heute auf morgen verdreifachen oder vervierfachen könnte, den aber einige Dogmatiker künstlich klein halten. Und unsere Kinder halten sie mit klein.