El Tölpel
Freitag, Oktober 30th, 2009
Auszug aus Wolfgang Stock Schneefall in den Tropen:
Eigentlich hätte ich stutzig werden müssen. Nein, so plump kann die Wirklichkeit nicht daher kommen. Aber beim Menschen und ganz gewiss bei der männlichen Ausprägung des homo erectus lassen sich bisweilen jene Aussetzer beobachten, die man dann später im Rückblick beschönigend als Dummheit oder ausgemachte Tölpelei zu charakterisieren pflegt.
Aber der Reihe nach: Da stehe ich mit meinem leichten silbernen Rimowakoffer inmitten der Passagierschlange aus wohl 15 Personen, die alle am Faucett-Schalter für die Abendmaschine nach Lima einzuchecken gedenken. Und dann kommt plötzlich diese strahlende Schönheit in die Flughafenlobby stolziert, eine blutjunge Frau mit weichen Gesichtszügen, eine zierliche Venus im enganliegenden Kleid, das die wohlgeformten Rundungen noch betont.
Einen vielleicht zweijährigen Jungen trägt sie etwas bemüht auf dem linken Arm. Noch bevor ich mir die Frage beantworten kann, was denn ein solch bezauberndes Geschöpf in einem solch faden Andenkaff wohl zu suchen hat, steuert sie schnurstracks auf eine Person aus der langen Warteschlange zu. Diese Person bin ich.
Mit strahlenden Augen und dem betörendsten Lächeln, das ich seit (more…)

Hätte man mich früher, so vor 15 oder 20 Jahren gefragt, welches das beste Unternehmen der Welt sei, dann hätte ich kurz überlegt und ein paar Namen nennen können: Nestlé, Daimler-Benz, Coca Cola, General Electric, IBM.
Die Medienkrise hat in New York brutaler zugeschlagen als in Europa. Ich habe die sonst so stolze Medienwelt an der Ostküste noch nie so verzagt und so deprimiert erlebt wie in diesen Tagen.
New York, den 21. Oktober 2009
In dem luftigen und hellen Glasgebäude 620 Eighth Avenue residiert eine der besten Tageszeitungen der Welt.