Die SPD und das Abo

In den letzten Tagen des Wahlkampfes überrascht die SPD uns mit einer Medieninitiative. Acht Vorschläge werden flott runter geschrieben, wie denn den unter Auflagenschwund und Anzeigenrückgang leidenden Printmedien geholfen werden soll.

Zwei dieser Maßnahmen befassen sich mit dem Abonnement. Gefordert wird

  • die steuerliche Absetzbarkeit eines Tageszeitungsabonnements
  • ein möglichst flächendeckendes und verbindliches Zeitungsangebot für Schülerinnen und Schüler sowie Auszubildende in Kooperation mit den Zeitungsverlegerverbänden

Oh, das ist auf den ersten Blick nett, ja, das hat Charme! Aber wie so oft bei den Sozialdemokraten, wenn man nach dem ersten Nicken an die Wand klopft, klingt es ziemlich hohl.

Dann kommen einem ein paar Fragen in den Sinn: Warum nur die Tageszeitungen und nicht auch Wochenzeitungen und Zeitschriften? Was heißt eigentlich verbindliches Abo in einer freien Wirtschaft? Und, wer soll die Abos der Schüler letztendlich zahlen?

Warum in Kooperation mit den Verlegerverbänden, warum nicht direkt mit den Verlagen? Was passiert mit Vati sein vollbezahltes Abo, wenn das Abo für den im Haushalt lebenden Lehrling kostenlos geliefert wird?

Und die Frage aller Fragen: Hier spricht eine Partei, die seit 11 Jahren in der Regierung arbeitet. Warum ist sie zum Thema nicht schon längst tätig geworden?

Der Wähler erkennt die Absicht und ist verstimmt.