Abort für den Köter

hunde-kack-station_4.jpgVor geraumer Zeit erhielt ich Besuch aus dem fernen Südamerika, einen ausgewachsenen, klugen und weit gereisten Mann.

Und als wir durch eine ordentliche und saubere deutsche Parkanlage promenierten, fand eine ihm unbekannte Apparatur die Aufmerksamkeit meines Besuchers.

Was ist das?, fragte er neugierig. Sein Blick deutete auf die Dog Station am Wegesrand. Hundekot-Entsorgung stand in bestem Piefke-Deutsch auf dem Schild.

Hunde-Kack-Anlage, dachte ich und suchte nach den passenden Vokabeln im Spanischen. Was sich allerdings schwierig gestaltete, denn solches Gerät findet sich zwischen dem Rio Grande und Feuerland nicht. Ich musste umschreiben.

Ein Service, an dem man eine Tüte ziehen kann, die Tüte wird über die Hand gestülpt, um dann die Wurst vom Köter aufzuheben, um dann beides – Tüte und Wurst – in der unteren Box zu entsorgen.

Mein Besucher schüttelte den Kopf. Seltsames Ding, meinte er. In seinem Land würde ein Hund wie ein Hund gesehen und auch so behandelt. Als Nutztier. Merkwürdig, diese Dog Station, brummelte er noch eine Weile.

Er dachte wohl gleichzeitig, merkwürdig, diese Deutschen. In Deutschland würden Hunde besser behandelt als bei ihnen Menschen, sagte er wenig später beiläufig. Und ich wusste für einen Augenblick nicht, ob das nun als Kritik an seinem Land oder an Deutschland zu verstehen war.