The Waldorf=Astoria

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Das Waldorf=Astoria ist kein Hotel, sondern eine Adresse. Eine Adresse für die Bühne von Politik, Showbiz und anderem Hochadel. Dies ist eine Adresse für die feinen Herrschaften, die mal John F. Kennedy oder Dalai Lama, aber auch mal Lucky Luciano heißen konnten. Und auch Marilyn Monroe hat hier Quartier bezogen, als sie Das verflixte siebente Jahr drehte.

Der prächtige Art Deco-Bau aus dem Jahr 1931 mit den über 1.400 Zimmern ist das Wahrzeichen der Hotelerie in New York, ja, vielleicht das berühmteste Hotel der Welt. Das Waldorf=Astoria, das sich traditionell mit dem aparten doppelten Trennstrich schreibt, ist so etwas wie die Puppenstube des großbürgerlichen Manhattans.

Dieses Hotel zieht sich über einen ganzen Straßenblock, so dass man sowohl auf der edlen Park Avenue als auch einen Häuserblock südlicher auf der Lexington Avenue einen Eingang findet. Die edle Eingangshalle über Park Avenue mit den güldnen Kronleuchtern, der weiten Marmortreppe und den edlen Möbel signalisieren dem Gast das vornehm-verkitschte Besondere.

In Parterre an der Lexington befindet sich Oscar’s, das Restaurant für die Schnelle, wo man auch das Frühstück zu sich nimmt, daneben das gediegene Bull & Bear, wo Broker und Bankmanager zu dinieren pflegen.

Merklich ist das Waldorf in die Jahre gekommen und die Rolltreppen knarren und rumpeln und auch der alte Fahrstuhl schnauft sich die 42 Etagen nach oben. Beispielsweise in den riesigen Grand Ballroom auf der dritten Etage, wo schon Frank Sinatra Erfolge feierte und wo die feinen Damen Manhattans ihre Charity-Partys abzuhalten pflegen.

Auch die Zimmer sind merklich ergraut und strahlen den Charme der 50er Jahre aus. Dem Hotel merkt man nun die Jahre an und auch wenn es sich redlich müht, bleibt ihm doch die Welt der Moderne irgendwie verschlossen. Da das Waldorf kein Schwimmbad vorweisen kann, werden dem Hotel übrigens nur vier mickrige Sterne anerkannt.

Der Service im Hotel, das heute zur Hilton Gruppe gehört, ist dezent und zuverlässig. Der Gast wird umhegt, kein Wunsch, so er sich im gutbürgerlichen Rahmen bewegt, bleibt unerfüllt. Erstaunlich, wie ein so großes Haus so auf den einzelnen Gast zuzugehen vermag.

Es gibt schönere, neuere und wohl auch bessere Hotels in New York und doch bleibt das Waldorf=Astoria mein Lieblingshotel. Dafür gibt es einen guten Grund. Aber das ist eine andere Geschichte.

siehe auch: Speaker at The Grand Ballroom