Dresdner Bank – es hat sich ausgegrünt

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Grün wurde als Signalfarbe der Dresdner Bank gewählt. Sie wissen schon, das grüne Band der Sympathie, das klebt in den Köpfen der Kunden. Wenn es da nicht ein Problem gäbe: Sympathie ist nicht grün.

Denn grün ist keine warme Farbe. Die Funktion der grünen Farbe ist eine ganz andere. Grün gilt als die Farbe des Lebens, der Inspiration durch Baum und Pflanze, als Farbe der Rückbesinnung auf das Natürliche. Keine Frage, grün ist positiv, bejahend. Soweit alles im grünen Bereich. Grün ist nicht schlecht, denn beim Ampelgrün dürfen wir ja über die Strasse.

Auch ist grün die Farbe der Evolution, des Wachsens eines Menschen. Ein amerikanischer greenhorn entspricht einem deutschen Grünschnabel. Und ein Kerl, der grün hinter den Ohren ist, dem fehlt es einfach noch an Erfahrung und Durchblick.

In diesem Sinne wirkt grün als Farbe der Erneuerung und der Entwicklung. Im Grunde kann man grün eigentlich als Farbe der Hoffnung ansehen. Die Grünen haben sich über diese Farbe definiert und ein jeder weiß in etwa, wofür dieses politische Grün steht.

Grün betont also das Lebensbejahende, die Naturverbundenheit und die Schöpfung. Aber nicht die Sympathie. Bei Sympathie hatte man besser Orange genommen. Das orange Band der Sympathie. Oder blau. Blau ist die beste Bankfarbe, die es gibt.

Jedenfalls nicht grün, das ist keine Bankfarbe, grün ist der Farbton für den Makrobiotiker, für den Müsli-Fan oder von mir aus auch für die Körnchen von Oma sein Wellensittich.

Wie dem auch sei, in diesen Tagen hat das grüne Logo ausgedient. Nach der Verschmelzung mit der gelben Commerzbank wird die Dresdner Bank – mit Scham und Übergangsfrist – als Marke dann endgültig im Jahr 2011 verschwinden. Es hat sich ausgegrünt, die Sympathie.