David Ogilvy

ogilvy.jpgDie sonore Stimme am Telefon kam gleich zur Sache. Hallo Dr. Stock, hier ist David Ogilvy. Überaus freundlich, dass Sie mich eingeladen haben zu Ihrem Event in Düsseldorf.

David Ogilvy rief aus Frankreich an, wo er im Westen nahe Tours ein Chateau in Touffou besaß und wohin er sich als Ruheständler zurück gezogen hatte. Aber ich vermag nicht zu kommen. Ich bin zu alt.

Er danke für die Neuauflage seines Buches. Ob so ein alter Knochen den Jungen noch etwas zu sagen habe, fragte er verschmitzt. Sicher, antwortete ich, gute Ideen altern nicht.

David Ogilvy ist der Vater aller Werbetexter. Jahrgang 1911. Im englischen Surrey geboren. Eigentlich ist Ogilvy der Vater der modernen Werbung überhaupt.

Im Jahr 1948 gründete er die New Yorker Agentur Ogilvy, Benson & Mather, die in jenen Tagen den Standard setzte. Werbung, das war Ogilvys Credo, müsse verkaufen. If it doesn’t sell, it isn’t creative.

Er war zugleich einer der ersten, der die Wichtigkeit von Marken erkannte. Und er schaffte es, die Marken mittels seines trockenen britischen Humors zu führen. Seine Ads kamen immer mit einem Augenzwinkern daher. Und er hat weltberühmte Slogans erfunden. We sell or else. Das ist von ihm. Kennt man noch heute.

Seine Anzeigen kamen nicht aufschneiderisch oder aufgeblasen daher, sondern dezent und vornehm. Werbung müsse stets mehr über den Käufer verraten, als über das Produkt, meinte er. Ein solcher Standpunkt war zur damaligen Zeit so etwas wie eine Revolution in der Werbung. Und wer heute auf gute Anzeigen achtet, der merkt, dass diese alle den Kunden in den Mittelpunkt rücken.

David Ogilvy hat das beste Buch über Werbung geschrieben. Confessions of an Advertising Man. Im Jahr 1963 zum ersten Mal bei ECON erschienen, habe ich es 1991, zu seinem 80. Geburtstag, nochmals in der Classics-Reihe aufgelegt. Geständnisse eines Werbemannes. Und dann rief er an und bedankte sich.

Im Juli 1999 ist er gestorben. In seinem Chateau. Als Aristokrat der Werbung.

siehe auch: Ogilvy
siehe auch: ferner Ogilvy