The Great Opel-Verarsche

Im September sind Bundestagswahlen und das mag als Erklärung dafür gelten, was im Augenblick rund um Opel passiert. Denn was dort politisch und medial vor sich geht, das ist – in der Theatersprache gesagt – schon heitere Operette, vielleicht sogar ein durchgeknallter Schwank.

Da suchen Kanzlerin, der Außenminister, Gewerkschafter und gleich auch noch die Ministerpräsidenten nach einem Investor für den Pleitekandidaten, da lässt man potentielle Käufer schaulaufen und Angebote abgeben und nachbessern. Und man diskutiert, wieviele Arbeitsplätze wo höchstens abgebaut werden dürfen, dass die Mitbestimmung gefälligst erhalten bleibt und überhaupt.

Alles, so bleibt kühlen Kopfes festzustellen, alles ein Papiertiger. Denn eines deckt dieser Aktionismus vor den Wahlen zu: Der amerikanische Konzern General Motors ist der Eigentümer von Opel, er ist Gesellschafter, er besitzt die Fabriken, die Markenrechte und Patente.

Die Entscheidung, was mit Opel passiert, wird in Detroit getroffen. Nicht in Berlin, nicht bei der IG Metall und auch nicht in der hessischen Staatskanzlei. Alle haben nichts, aber auch wirklich gar nichts, zu sagen.

Und die Amerikaner sind ganz ausgebuffte Manager. Sie werden das Beste für GM heraus holen und die Greenhorns aus Germany kräftig über den Tisch ziehen. Und weil Wahlen anstehen, wird Berlin beim Geldverjuxen noch heitere Miene zum bösen Subventions-Spiel aufsetzen.

Deshalb werden in den nächsten Tagen und Wochen die Nebelkerzen weiter glühen und als heilbringendes Lichtlein verkauft werden. Die Opel-Arbeiter und die Öffentlichkeit werden hinters Licht und auf falsche Fährten geführt. Es wird nichts nutzen. So oder so – am Ende des Tages wird der Verlierer Opel heißen.