Deutschland 2009: Wirtschaftskrise plus Ausgabenwandel

Die Wirtschaftskrise findet nicht nur in den Spalten der Zeitungen statt, mittlerweile spürt sie ein jeder auch im Portemonnaie. Und schlimmer noch: Diese so unberechenbare Finanzkrise geht einher mit einem schleichenden Strukturwandel in den privaten Ausgaben.

Mai 2009: Benzin, so teuer wie selten, steigende Mieten, happige Zuzahlungen beim Arzt. Wer heute ein gutes Gebiss will, zahlt soviel wie für einen Kleinwagen. Sie und ich, wir alle, befinden uns inmitten eines schmerzlichen Strukturwandels.

Dieser Strukturwandel wird eine ganze Weile in Anspruch nehmen, begleitet von all den sozialen Reibereien und Unsicherheiten, die eine solche Umwälzung mit sich bringt. Und – vor allem – dieser Wandel wird unser Denken und wohl auch unsere Werte verändern.

Die Deutschen müssen sich klar machen, dass sie in Zukunft auf einigen Gebieten sehr viel mehr Geld ausgeben müssen, als sie das bisher gewohnt waren:

  • Für Gesundheitsversorgung, weil wir Gesundheitsdienste auf hohem Niveau behalten möchten.
  • Für Bildung, weil es eine Spitzen-Bildung nicht zum Null-Tarif geben kann.
  • Für Altersvorsorge, weil die Staatsrente zukünftig nur noch eine Grundversorgung leisten kann.

Für die meisten Bürger heißt all dies, steigende Kosten bei oft stagnierenden Einkommen. Diese Umschichtung im privaten Budget zu schultern, ist mit einem normalen Mittelschichtsgehalt eh schon schwierig. Und all das auch noch in diesen Krisenzeiten.

Vielleicht bedeutet dieser Strukturwandel, Golf statt BMW. Oder Fichtelgebirge statt Malediven. Aber vielleicht bedeutet er auch die Absenkung des gewohnten Lebensstandards in Deutschland.