Der spitze Vokal „i“

Wenn wir überrascht werden, dann stossen wir ein „iihh“ aus. Und wenn wir etwas besonders eklig finden, dann brüllen wir ein „igitt“. Dieser Laut „i“ wird ganz oben im Kehlkopf produziert, so wie ein „a“ von ganz unten aus dem Kehlkopfkeller kommt.

Einer der besten Slogans der letzten Jahre war dieses Geiz ist geil von Saturn. Dieser schlagkräftige Werbesatz ist von dem „i“ dominiert. Dreimal „i“, zweimal geleitet von einem kurzen „g“.

Das macht Sinn. Denn das „i“ ist der Vokal der Verwunderung, des Aufschreis. Das „i“ schafft eine hektische, aufgeregte Stimmung. Helle Vokale wie das „i“ oder auch das „e“ erzeugen ein schnelles, überspanntes Satzstakkato.

Dieser Spitzen-Slogan weiß all das zu nutzen. Wenn Saturn meint, Geiz sei geil, das sitzt das wie vokales Maschinengewehrfeuer. „Ei“, dann „i“, nochmals „ei“. Durch diese Reihenfolge wirkt der Slogan hart, brüllend, regelrecht wie ein Befehl.

Geiz ist geil zeigt Empörung, erzeugt gleichzeitig aber auch Nachdruck. Der Slogan ist schrill, er ist scharf. Und durch die Alliteration kriegt er auch noch ein hohes Satztempo.

Tempo plus schrill. Dieser Slogan ist geil. Dem „i“ sei Dank. Perfekt!