As goes GM

As goes General Motors, so goes the country. Das galt über viele Jahrzehnte hinweg als gefühlte - und wohl auch reale - Wirklichkeit in den USA. So wie es dem Autobauer GM geht, so geht es dem ganzen Land.

Für Deutschland galt ähnliches. Wenn Siemens Schnupfen hatte, bekam das ganze Land eine Lungenentzündung. In einer Rezession fielen die Firmen - von groß nach klein - um wie die Dominosteine.

Hier unterscheidet sich die jetzige Wirtschaftskrise von vorherigen. Die Firmenlandschaft zeigt sich breit gefächert, bunt und diversifiziert. Es gibt keine Monokultur mehr und es gibt keine einseitigen Abhängigkeiten. Ob es GM heute gut geht oder nicht, ist wichtig. Jedoch nicht mehr überlebenswichtig.

Gleiches gilt für Deutschland. Schaeffler, Opel oder Karstadt mögen kriseln. Allesamt sind sie jedoch nicht systemrelevant. Es gibt stärkere Firmen, es gibt bessere Wettbewerber. Gerade der breite Mittelstand und das robuste Handwerk wirken in Deutschland stabilisierend und mögen die Krise ein Stück aufzufangen.

Ganz so breit gefächert zeigt sich die Wirtschaft in den USA nicht. Aber auch hier gibt es mittlerweile so viele neue, junge Unternehmen, die die Nationalökonomie aus alten Abhängigkeiten befreien. Von Microsoft über Apple bis hin zu Starbucks.

Je breiter aufgestellt sich eine Volkswirtschaft zeigt, desto weniger ist sie für Krisen anfällig. Auf die KMUs, die kleinen und mittleren Unternehmen kommt es an, auch wenn sich heute die Großkonzerne so vehement in die Schlagzeilen drängen.

4 Responses to “As goes GM”

  1. Frank Says:

    Das sind wohl in der Tat wirklich wahre und vor allem auch entscheidende Beobachtungen. Ich denke auch, dass die Staatshilfen, die bislang in die alten Riesen wie General Motors geflossen sind, an vielen anderen, kleineren Stellen wesentlich besser aufgehoben gewesen wären, wo man mit ein wenig hilfe doch wesentlich längeren Erfolg hätte garantieren können. GM wird wohl so oder so gegen die Wand fahren, da hat man nun auch ncihts mehr davon, dass man versucht hat, eine Tradition und einen alten Glauben zu retten.

  2. Lennard Says:

    Ob diese staatlichen Hilfen tatsächlich wo anders besser aufgehoben gewesen wäre kann man im Nachhinein nicht beurteilen, aber ein Versuch wäre es damals vielleicht wert gewesen. Jetzt im Nachhinein sich an solche Gedanken festzubeißen ist überflüssig, denn eine zweite Chance wird General Motors so wie es aussieht nicht bekommen.

  3. Benni Says:

    Vielleicht waren die Staatshilfen doch genau richtig, ansonsten kann ich mir nicht erklären wie General Motors jetzt versuchen will Opel selbst zu sanieren. Den Verkauf an Magna hatten sie ja plötzlich abgelehnt. Da muss doch irgend etwas in deren Reihen passiert sein, was dazu geführt hat, dass man sich zu so einer Entscheidung hat hinreißen lassen.

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