Warum fehlen die Anzeigen?

In Zeitungen und Zeitschriften findet man heute weniger Anzeigen als noch vor Monaten. Ursache hierfür ist – wie bei so vielem in diesen Tagen – die Wirtschaftskrise. Die Unternehmen der Automobilindustrie, der Finanzdienstleistungen und der Konsumgüterindustrie fahren ihre Spendings merkbar herunter. Warum leiden gerade Printobjekte so stark unter diesen Etatkürzungen?

Im Medien-Mix kommt jeder Gattung eine spezielle Aufgabe zu. Anzeigen in Zeitschriften beispielsweise dienen insbesondere dem Markenaufbau, der Markenpflege und der Imagewerbung. In der Krise gelten diese eher “weichen” Faktoren als nachrangige Erfordernis.

Der Schwerpunkt hat sich hin zum “harten” Abverkauf verschoben. Nun setzt man mehr auf Werbeformen, die direkt und meßbar zu Erlösen führen. Deshalb investieren die Firmen mehr in Point-of-sale-Werbung, ins Handelsmarketing oder auch in Google Adwords.

Diese Haltung ist verständlich, jedoch einzig der Not geschuldet. Trotz Krise scheint es sträflich, die Markenpflege zu vernachlässigen. Denn gerade in Krisenzeiten bilden Vertrauen und Qualitätsversprechen eines Produktes wichtige Wettbewerbsvorteile. Der Verbraucher, verunsichert durch düstere Szenarien, lechzst nach Qualitätsprodukten als eine Art emotionaler Anker im Alltag.

Zielgruppenpflege, Qualitätsansprache, Präsenz und Glaubwürdigkeit eines Produktes bleiben ebenso wichtig wie der reine Abverkauf. Nicht erst wenn die Krise vorbei ist, sollten wir darüber reden.