Woolworth ist pleite

woolworth-ist-pleite.jpgDie amerikanische Billig-Kette Woolworth hat nach langer Leidenszeit in Deutschland Insolvenz angemeldet.

Für das Scheitern des Kaufhauses gibt es gute Gründe: schwammiges Profil, fehlende Positionierung, unklares Sortiment und miserables Marketing. Das ist die eine Seite der Erklärung.

Bei der anderen Seite möchte man anmerken: Woolworth, pleite? Na, bei dem Namen! Schlechter kann ein Markenname in Deutschland kaum sein. Spitzes „W“, dunkles, langes Doppel-„o“, wieder spitzes „w“, mündend in einem noch dunkleren „o“. Dann das martialische „r“ und schließlich der Schrecken aller friedliebenden Deutschen, das ti-ätsch.

Erinnern Sie sich noch an Ihre Schulzeit und den ersten Englischunterricht? Als irgendwelche armen Schweine zur Lehrerin nach vorne mussten und vor versammelter Klasse mit spitzem Mund zum dentalen Nachsprechen genötigt wurden. Thanks. Jetzt bitte nachsprechen! Thanks. Genau so. Ssänks. Ssänks. Und aus dem armen Schülermund kann immerfort und immerfort ein ttänks. Ttänks, weil er sich Zunge, Oberkiefer und Zähne mit dem fremdartigen Lispellaut nicht brechen wollte. Ttänk you!

Natürlich passt dieses affektierte und geschnöselte ti-ätsch nicht zu einem deutschen Billigkaufhaus. Und wenn Sie dies nicht glauben, dann fragen Sie mal Frau Elfriede in der Füssgängerzone von Gelsenkirchen-Buer, wie der amerikanisch-deutsche Laden denn heißt. Wuulwörtt, natürlich! Ohne ti-ätsch.

Warum hat man den ganzen Laden in Deutschland nicht gleich This thankworthy Woolworth genannt. Noch bevor man die Geschäftsschwelle durchschreiten würde, man litte an verknoteter Zunge.