VR – schwache Marke schlägt starke Marke

vrbank.jpgDie Volksbank kannte einst jedermann, die Volksbank war viele Jahrzehnte lang eine starke Marke. Vielleicht eine der stärksten Marken in Deutschland überhaupt. Volksbank – eine Bank für das Volk. Sprachlich war das perfekt!

Ähnliches galt für die Raiffeisenbank. Friedrich Wilhelm Raiffeisen, der Sozialreformer aus dem Rheinland, sorgte dafür, dass verarmte Landwirte erstmals Zugang zu Geld und Kredit und damit zu Wohlstand erhielten.

Volksbank und Raiffeisenbank, zwei Marken mit Tradition und Stärke. Als man beide Genossenschaftsbanken zusammenführte, war die Not – zumindest sprachlich – groß. Welchen Namen sollte die neue Bank denn nun führen?

Man einigte sich auf den kleinsten Kompromiß. VR. Auf das Kürzel VR, das V steht für Volksbank und das R für Raiffeisenbank. VR Bank. Zwei erfolgreiche Markennamen wurden geopfert. Für zwei kalte Konsonante.

In den Not bringt der Mittelweg oft den Tod. VR liefert sprachlich dafür den Beweis. VR – das ist marken-sprachlich nichts. Nada. Leer. Dumm. Volksbank, das war Programm. Raiffeisen, das besaß Tradition. Beide Marken erzeugten ein Bild im Kopf, eine Vision. Und eine Emotion. Heute besitzt man eine neue Bank mit einem schwachen Kürzel.