die neuen Gewerkschaftsziele

Nicht erst seit der Wirtschaftskrise merken auch die Gewerkschaften, dass die Verteilungsspielräume enger werden. Angesichts von Erlösrückgängen, Nachfrageeinbrüchen und drohenden Insolvenzen stehen kräftige Tariferhöhungen in diesen Tagen nicht mehr auf der Tagesordnung.

Statt dessen haben sich für die Gewerkschaften zwei andere Themen unmerklich in den Vordergrund geschoben: Altersvorsorge und Fortbildung rücken im Augenblick – langsam, aber sicher – in den Fokus der Arbeitnehmervertreter.

Die staatliche Rente, es hat sich herumgesprochen, wird künftig nur noch das nackte Überleben garantieren können. Private und eben auch betriebliche Ergänzungen müssen aufgebaut werden. Unter Einbeziehung steuerlicher und tariflicher Förderung gilt es, intelligente Lösungen zu entwickeln.

Weiterbildung, das zweite große Thema, wird zu einem zentralen Wettbewerbsvorteil in der Krise. Nur gut ausgebildete Mitarbeiter sind fit für die hohen Anforderungen des globalen Wirtschaftens. Der Wechsel von der Industrie- zur Technologiegesellschaft verläuft so rasant und fordernd, dass Weiterbildung ein Muss für alle qualifizierten Tätigkeiten bleibt.

Insgesamt ist dieser sachte Richtungswechsel bei den Gewerkschaften zu begrüßen. Damit bewegen sie sich weg vom bloßen Verteilen hin zu einer sinnvollen Nachhaltigkeit.