Wo Verlage – journalistisch – investieren sollten

Die aktuelle Wirtschaftskrise befällt auch Zeitungen und Zeitschriften. Diese Medienkrise wiederum ist aber nicht nur eine monetäre Krise, sondern auch eine Denkkrise. Denn viele Verlage wissen nicht mehr, wo oben und unten ist. Manches Verlagshaus kürzt ziellos, wahllos und wohl auch hilflos seine Kosten.

Dabei müsste eigentlich zweierlei getan werden. Einerseits Kosten senken, andererseits in Qualität investieren. Das muss kein Widerspruch sein, zumindest sollte man beides genau auseinander halten und sehr konturscharf managen.

Hier sollten die Verlage investieren:

  • in packende, investigative Geschichten,
  • in gute Journalisten und Schreiber,
  • in die Genrevielfalt und in die Abwechslung,
  • in Zusatzprodukte,
  • in die Crossmedialität,
  • in die Optik.

Und hier sollten Verlage desinvestieren:

  • bei Kostenblöcken, die nicht zum Kerngeschäft gehören,
  • bei Schnick-Schnack, der keine Erlöse bringt,
  • bei Ärmelschoner-Redakteuren,
  • bei Kosten, die nicht zu Umsätzen führen,
  • bei Kosten, die fern dem Kunden und dem Verkauf sind,
  • bei nice-to-have,
  • bei der Quantität (Seitenzahl und Großformat).

Wenn Verlage sauber die Wachstums- und Konsolidierungsfelder definieren, dann sind sie zumindest strategisch gegen diese Krise gut aufgestellt. Die Verleger schärften damit ihre Strategie, der Krise würde mit Weitsicht und Hoffnung begegnet. Doch solange die Hühner durcheinander laufen, hat der Fuchs ein leichtes Spiel.