nachgelagerte Studiengebühren?

Man möge Studiengebühren – wenn es denn nicht anders geht – einführen. Aber, so hört man bisweilen, bitte nachgelagert. Nach Ende des Studiums sollten die Akademiker, dann meist wohldotiert in Lohn und Brot, die Studienschulden peu à peu abstottern.

Die deutschen Hochschulen brauchen, da sind sich alle einig, eine vernünftige zusätzliche Finanzausstattung. Nach diesem nachgelagerten Hamburg-Modell baut sich der Kapitalstock allerdings nur langsam und mit Verzögerung auf, bei direkt gezahlten Studiengebühren erhalten die Universitäten das Geld unmittelbar.

Zudem: Die Zahler, jedenfalls die der ersten Generation, profitieren nicht von den zusätzlichen Leistungen, die das Gebührengeld ermöglicht.

Mit Verlaub, diese ganze nachgelagerte Zahlungsidee ist Nonsense. Merkantil, wie auch mental. Denn das Prinzip der Wirtschaft bleibt: Ware gegen Geld. Ich zahle, bekomme dafür ein Produkt oder eine Dienstleistung.

Jetzt höre ich wieder die Stimmen der Puristen: Bildung ist doch keine Ware.

Und da kommt sie wieder zum Vorschein, diese typisch deutsche Versorgungsmentalität. Bildung darf nichts kosten. Natürlich, antworte ich, eine Ware ist Bildung nicht, aber eine Investition.

Der Purist lässt nicht locker. Sollen Bildungsausgaben als gemeinschaftliche Aufgabe deshalb nicht über die Steuer finanziert werden?

Das wird sie eh zu über 90 Prozent. Gegenfrage: Warum soll der Taxifahrer das Medizinstudium des Arztsohnes bezahlen?