Miles, das Jazz-Genie

milesascenseur.jpgMiles Davis war eines der drei Kunst-Genies, die das 20. Jahrhundert gekannt hat (die beiden anderen heißen Pablo Picasso und Charles Chaplin). Dieser Trompeter Miles Davis war für die moderne Musik das, was Picasso für die Malerei und Chaplin für den Film war – ein über Jahrzehnte eigensinniger und leidenschaftlicher Innovator und Stilpräger.

Der Trompeter gilt als Gründer des Cool Jazz, er trieb den Bebop voran und spielte dann im Fusion, jenen Mix aus Jazz und Rock, eine tragende Rolle. Und dann zum Schluss kam der Electric Jazz. Plus populäre Songs. Wenn er mit seiner gestopften Trompete Pop-Balladen wie Time after time zelebrierte, entströmte da der ganze Schmerz und die ganze Herrlichkeit einer suchenden Generation aus seinem Instrument.

Ascenseur pour l’échafaud, zu Deutsch, Fahrstuhl zum Schafott, der schwarzweiße Kriminalfilm von Louis Malle, wurde durch die surreal kühle Trompete von Miles Davis erst zum Kultfilm der Existenzialisten. Der unvergleichliche Kenny Clarke spielte das Schlagzeug und irgendwie passte dieser film noir perfekt zum Prince of the Darkness. 1958 war das und Miles hat den Soundtrack des Film in Paris in nur wenigen Stunden eingespielt, komplett improvisiert.

Bitches Brew, We Want Miles, Kind of Blue und Some day my prince will come – mindestens vier Platten plaziert Miles auf der ewigen Bestenliste des Jazz. So viele schafft kein anderer.

Eigentlich ein Mann für die Ewigkeit. Irgendwann hat es den schwarzen Prinzen dann doch erwischt. 1991 stirbt er in Santa Monica. Er konnte nicht mehr spielen. Lungenembolie sagen die einen, Aids, die anderen. Alles Unsinn, die Wahrheit ist: Erst stirbt die Trompete, dann der Mensch. The music fades away, the future is cloudy, and it might just be time to move on.

siehe auch: Fotokiste Miles Davis.
siehe auch: Some day my prince will come
siehe auch: Miles Davis als Maler