Merkel: Das Fremde ist Bereicherung

merkelvdz.jpgAm Montagabend auf der Publishers’ Night der Zeitschriftenverleger in Berlin: Sie kam müde vom Weltwirtschaftsgipfel in Washington und hatte gerade im Kanzleramt die anstrengende Sitzung zur Rettung von Opel hinter sich.

Und doch ließ Angela Merkel es sich nicht nehmen, auf dem Zeitschriftenkongress zum Thema Integration zu sprechen. Integration sei keine karitative Aufgabe, sondern im Interesse und auch im Nutzen der Bundesrepublik. Denn das Fremde könne, wenn die Integration gelingt, als Bereicherung wirken.

Mit Blick auf die deutsch-türkische Freundschaft und das Beitrittsbegehren Ankaras zur Europäischen Union meint sie: Freundschaft schließe nicht aus, dass man auch ein klares Wort sprechen könne.

Deutschland jedenfalls sei in der Pflicht, sich der Migranten anzunehmen. Und vielleicht habe das Land es auch versäumt, den so genannten Gastarbeitern, jenen die vor 40 Jahren hierher gekommen sind und unter Entbehrungen etwas aufgebaut haben, von deutscher Seite auch einmal Danke zu sagen.

Wie so oft, war dies eine kluge und eine menschliche Rede von Angela Merkel. Und wie so oft, sie sagt das Richtige und kann es auch in treffende Worte fassen. Die Botschaft der Bundeskanzlerin war klar: Die Qualität eines Landes zeige sich auch darin, wie es mit seinen Migranten umgehe.