literarische Duellanten
Der gemobbte Kurt Beck hat abgerechnet. Mit seiner SPD, den sogenannten Parteifreunden und den Medien. Wo? In einem Buch.
Auch sein Nachfolger Franz Müntefering lässt seine Sicht der Dinge zwischen zwei Buchdeckel ausrichten. Da will Umweltminister Gabriel nicht nachstehen. Ebenso Bushido, Bohlen, Kahn und sein ICH, der Boris, auch Effenberg.
Sie alle reihen sich in den illustren Reigen der biografischen Schriftsteller ein. Und deren Buch dient wohl nicht zuletzt als eine Rechtfertigung, als Konter auf Angriffe und erlittene Verletzungen.
Ich schreibe ein Buch - das ist sicherlich die stärkste Drohung, mit der sich in diesen Tagen ein Gegner in Angst und Schrecken versetzen lässt - und das verständige Publikum gleich mit. Früher wurde bei Dramen solcher Art ein Handschuh hingeschmissen und zum Duell im Morgengrauen gerufen.
Heute heißt es nur: „Ich schreibe ein Buch!“ Und so schlägt man sich nicht mehr den Degen um die Ohren, sondern einen Folianten: „Sehen Sie sich vor, sonst schreibe ich ein Buch!“, das klingt ja in der Tat recht Furcht einflößend. Und der Gegner, der früher schrie „Ich rufe meinen Anwalt an!“, kontert neuerdings: „Sie hören von meinem Verleger!“.