Hirnschmalz

Ebenso wie RTL & Consorten produzieren auch wir Zeitschriftenverleger Schmalz. Allerdings Hirnschmalz. Gerade das Verbreiten von Information und Wissen gehört zu den vornehmen Aufgaben der Medien. Bildungs-Verlage als Tankstellen des Wissens sollten von den steigenden Bildungsanforderungen der nächsten Jahre profitieren.

Es ist eine Schande für dieses wohlhabende Land, dass die sinnvollsten aller Bücher – die Schulbücher – oft als alte Schwarten von der Hand eines Schülerjahrgangs in die Hand des nachrückenden wandert. Nur wenn wir bereit sind für Schulbücher gutes Geld auszugeben anstatt für Zigaretten oder Malle, erst dann wird es richtig aufwärts gehen. Erst dann sind wir mental auf Investition statt auf Konsum gepolt.

Bildung und Wissen haben heute die drei klassischen Produktionsfaktoren Grundbesitz, Kapital und Arbeit weitgehend abgelöst. Das Wissen wird zur strategischen Ressource unseres an Rohstoffen nicht geraden reichen Landes. Und nur die Investition in Wissen führt zur Höherqualifizierung der Bevölkerung. Letztlich lässt sich wohl nur in diesem Gleichschritt von Wissen zu Können die Überlebensfähigkeit einer Mittelstandsgesellschaft sicherstellen.

Gerade dem gedruckten Wort kommt bei der Vermittlung von Wissen besondere Wirksamkeit zu. Sicher sind die Bohlen & Effenbergs und all die anderen Schwafeleure eine fidele Ausprägung unserer Spaßgesellschaft. Aber dem heiter inszenierten Event läuft seit längerem ein starker Gegentrend entgegen: Die Aneignung fundierten Wissens durch Bücher, Zeitschriften oder auch das Internet. Bei der Popularisierung dieses Wissensbooms sitzen die Verlage an den Schaltstellen. Es liegt an uns, das Beste daraus zu machen.