Missmanagement der Banken und des Staates

Der Rettungsplan für die torkelnde Finanzbranche treibt kuriose Blüten: Staatsbürgschaften für marode Privatbanken in Europa, ein Unterstützungspaket über unbegreifbare 700 Milliarden Dollar in den USA. Nur zum Vergleich: Der deutsche Bundeshaushalt beträgt 283 Milliarden Euro.

Dieses staatsinterventionistische Krisenmanagement mag verständlich sein, es ist aber auch gefährlich. Der Ansatz, Märkte zu beruhigen mag zwar nahe liegen, er ist aber falsch. Denn hier wird Fehlverhalten subventioniert und der Krisenausbruch nur herausgeschoben. Schumpeters schöpferische Zerstörung, die Grundlage jeder Marktwirtschaft, wird damit ausser Kraft gesetzt. In ein oder zwei Jahren wird die Krise um so stärker neu ausbrechen. Denn Fehlentwicklung wird nicht an der Wurzel gepackt, sondern nur am Symptom.

Besser, und zwar marktwirtschaftlicher, wäre es gewesen, die Spekulationsblase platzen zu lassen, Problembanken und deren Missmanagement insolvent gehen zu lassen, Investmentbanken und Finanzinstitute mit Phantasieprodukten vor die Wand laufen zu lassen. Denn Aufgabe des Staates ist nicht, unternehmerisches Fehlverhalten auszubügeln oder Pleitebanken aufzufangen.

Der Absturz der Weltwirtschaft wäre zwar steil gewesen. Doch hätte dieses tabula rasa zu einer Reinigung, vielleicht gar zur Läuterung der Branche beitragen können. Auch wenn damit die Krise schmerzlich gewesen wäre, an deren Ende hätte ein kräftiger Aufschwung der Weltwirtschaft gestanden.

Die Chance der Erneuerung und der Katharsis des weltweiten Finanzsystems ist mit dem verfehlten Krisenmanagement verpasst. Was die Wirtschaft nun braucht, sind solide Bankgeschäfte, eine Stärkung des Risk Managements, ein ehrbares Kaufmannstum und nicht die Gier nach dem schnellen Geld. Pleitiers soll man pleite gehen lassen und nicht mit dem sauer verdienten Geld des Steuerzahlers retten.