Archiv für den Monat: Oktober 2008

US-Zeitungen: kleiner, aber feiner

Aus den USA erreichen uns interessante Medien-Neuigkeiten (die erfahrungsgemäß mit zwei-, dreijähriger Verspätung auch bei uns durchschlagen): Das Audit Bureau of Circulations vermeldet für das letzte Halbjahr ein deutliches Schrumpfen der Verkaufsauflage der meisten großen amerikanischen Tageszeitungen. Der Miami Herald, der Houston Chronicle oder der Boston Globe, bei der Tagesauflage verlieren sie alle im zweistelligen Prozentbereich.

Das Erstaunliche dabei: Dieser Rückgang ist nicht nur eine rezessive Marktbewegung, er ist von den Verlagshäusern vielmehr Weiterlesen

Die Grundlage des Wirtschaftens: Vertrauen

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In God we trust steht mitten auf den amerikanischen Dollarnoten. In Gott hegen wir Vertrauen. Ein schöner Satz. Und ein wunderbares Wort. Trust. Vertrauen. In den USA ist ein Trustee auch ein Treuhänder. In Deutschland geben wir ein Gut zu treuen Händen. Vertrauen hat viel mit Wirtschaft zu tun. Vielleicht ist Vertrauen – auch wenn dies keine volkswirtschaftliche Kategorie ist – sogar die Grundlage allen Wirtschaftens.

Unser Geldverkehr mittels bedruckten Papiers funktioniert ja nur, weil wir Vertrauen Weiterlesen

Erich Wiedemann: der schwarze Mann vom SPIEGEL

wiedemann-blog.jpgMit Genuß und reichlich Erkenntnisgewinn habe ich ihn stets gelesen. Die Reportagen des Afrika-Kenners Erich Wiedemann im SPIEGEL besaßen eine Klasse für sich. Er war so etwas wie das journalistische Frontschwein und die reportierende Wühlmaus des Nachrichtenmagazins. Denn er hielt’s mit der alten, pragmatischen Journalistenregel: Hinfahren, hinschauen, aufschreiben.

Seine Reportagen hoben sich von dem üblichen Sozialgesülze der anderen SPIEGEL-Schreiber wohltuend ab. Er war – neben Wilhelm Bittorf – wohl der packendste Reporter, den das Wochenmagazin je hatte.

Im Osburg Verlag hat Wiedemann, heute im Rentnerstatus, mit seinem Buch Unser Mann in Timbuktu nun einige lesenswerte Erinnerungen aufgeschrieben Weiterlesen

Die wahren Schuldigen der Finanzkrise

Gestern hat Bayerns Finanzminister Erwin Huber die politische Verantwortung für das Desaster bei der BayernLB übernommen und auf den Eintritt in das Kabinett Seehofer verzichtet. Die ersten Bankmanager werden verklagt, Boni und Tantiemen müssen zurückgezahlt werden. Der öffentliche Unmut richtet sich seit Wochen gegen die maßlosen Banker und gegen die falsche Beratung vor Ort.

Sicherlich alles schön und gut, jedoch die Schuld für die Finanzkrise einzig auf die Banker abzuladen, scheint zu einfach. Denn wenn man richtig hinschaut, dann ist die Liste der Schuldigen lang.

Da sind zum einen Weiterlesen

literarische Duellanten

kahn.jpgDer gemobbte Kurt Beck hat abgerechnet. Mit seiner SPD, den sogenannten Parteifreunden und den Medien. Wo? In einem Buch.

Auch sein Nachfolger Franz Müntefering lässt seine Sicht der Dinge zwischen zwei Buchdeckel ausrichten. Da will Umweltminister Gabriel nicht nachstehen. Ebenso Bushido, Bohlen, Kahn und sein ICH, der Boris, auch Effenberg.

Sie alle reihen sich in den illustren Reigen der biografischen Schriftsteller ein. Und deren Buch dient wohl nicht zuletzt als eine Rechtfertigung, als Konter auf Angriffe und erlittene Verletzungen.

Ich schreibe ein Buch – das ist sicherlich die stärkste Drohung, mit der sich in diesen Tagen ein Gegner in Angst und Schrecken versetzen lässt Weiterlesen