Warum jemand viel, der andere wenig verdient

In der öffentlichen Diskussion herrschen soviel Unkenntnis und Fehlinterpretation zu der Frage, warum einige Gehälter so hoch, andere wiederum so niedrig sind. Die Verwirrung liegt hauptsächlich daran, dass versucht wird, diese ökonomische Fragestellung mit nicht-ökonomischen Argumenten zu beantworten.

So halten sich in der öffentlichen Meinung Mythen über die Findung hoher Gehälter, die allesamt so nicht richtig sind: Ein hohes Gehalt bekäme jemand, der viel Verantwortung trägt (dann müssten Busfahrer viel verdienen), ein hohes Gehalt erhalte jemand, der viele Mitarbeiter unter sich hat (dann müsste die Bundeskanzlerin ein Millionengehalt bekommen).

Wer (quantitativ) viel arbeitet, der verdiene auch viel (was eine fleißige Putzfrau allerdings nicht tut), wer eine akademische Ausbildung besitzt, der bekomme einen hohen Verdienst (fragen Sie mal in Berlin den Taxifahrer nach seinem Abschluss). Nein, falsch, alles ökonomischer Nonsense.

Gehalt ist ökonomisch gesehen Preisfindung, der Preis für eine Ware oder Dienstleistung (hier die geleistete Arbeit). Und die Preisfindung misst sich hauptsächlich am Mangel. Wenn eine Ware im Überfluss vorhanden ist, sinkt der Preis. Ist die Ware jedoch knapp, steigt der Preis.

Wenn jemand wie Luca Toni so zielsicher wie kein zweiter vorne immer seine Tore macht, dann kann er aus dem Mangel an erfolgreichen Torjägern ein hohes Gehalt erzielen. Busfahren können viele, deshalb gibt es da ein bescheidenes Salär.

Sicherlich spielen noch andere Aspekte in die Gehaltsfindung hinein, wie messbarer Erfolg oder Refinanzierung, zentral jedoch bleibt der Mangel. Wer etwas kann, was andere nicht können, der kann einiges verlangen. Wenn diese Dienstleistung zudem noch stark nachgefragt wird, dann kann derjenige viel verdienen.

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