M.B. – Mit Brille?

mckinblog.jpgIm neuen Heft von Zeit Campus erscheint in Form einer Karikatur eine sympathische Recruiting-Anzeige von McKinsey. Treffen sich ein Betriebswirt, ein Politologe und ein Mediziner bei McKinsey. – Kein Witz.

Die Botschaft ist klar. Wer bei den Beratern von McKinsey Karriere machen möchte, bei dem entscheidet nicht mehr nur das Studienfach, sondern vor allem die Persönlichkeit.

Ein Trend, der sich auch bei den anderen namhaften Strategie- und Unternehmensberatungen wie Boston Consulting Group, Bain oder Roland Berger finden lässt. Nicht mehr unbedingt der aalglatte BWLer, der geschniegelte Wirtschafts-Fachidiot, sondern Frauen und Männer von Format stehen ganz oben auf der Bewerber-Wunschliste der Personalabteilung.

Auszeichnen kann sich heute jemand mit Persönlichkeit und besonderem Talent, jemand, der aus dem Durchschnitt ragt. Da spielt die akademische Herkunft dann die untergeordnete Rolle. Kurz: Gesucht wird der bunte Hund und nicht die graue Maus.

Für Manager gibt es keine Königsdisziplin. In vielen Fächern lassen sich die Skills erwerben, auf die es im Management ankommt: analytisches Denken, Lernen lernen, Lösungsorientierung statt Problemfixierung oder strukturiertes Handeln.

Darüber hinaus gibt es Fähigkeiten, die sich an keiner Schule lernen lassen: sozialer Umgang, Fleiß, Entscheidungsfreude, Charakterstärke, Offenheit für Neues. Wichtiger als das Studienfach bleibt stets die innere Einstellung. Ist Leidenschaft vorhanden, Begeisterung und Einsatzbereitschaft?

Ich habe es zeitlebens im Beruf so ähnlich gehalten. Mitarbeiter, die Persönlichkeit und Veranlagung mitbrachten, versuchte ich bestmöglich zu fördern. Ob sie oder er eine Brille trug oder nicht, das war mir immer einerlei.