Lieber König der Deppen…

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Vor Jahrzehnten organisierte eine amerikanische Universität ein aufschlussreiches Experiment. In einer Befragung wurden Absolventen, also ausgebildeten, klugen Akademikern, zwei grundverschieden dotierte Jobs angeboten.

Bei der Firma 1 sollte man 50.000 Dollar im Jahr bekommen, wobei alle anderen Angestellten dieses Unternehmens 25.000 Dollar verdienten. Bei Firma 2 lag das Jahresgehalt bei 100.000 Dollar, alle anderen in der Company erhielten allerdings 200.000 Dollar. Welches Angebot galt als das attraktivere?

Kurioserweise entschieden sich die meisten Absolventen für Firma 1, obwohl sie dort real, objektiv und geldbeutelmerklich im Vergleich zu Firma 2 auf glatte 50.000 Dollar verzichteten. Bei Firma 2 hätte man schlankweg das Doppelte verdient. Verblüffend!

Womit allerdings bewiesen wäre: Ein Gehalt ist relativ zu sehen, relativ zu anderen. Man kann jahrelang zufrieden sein mit Job und Verdienst, doch sobald man erfährt, dass der Kollege am benachbarten Schreibtisch 200 Euro mehr verdient, so verwandelt man sich von einem Tag auf den anderen vom zufriedenen Mitarbeiter in einen unleidlichen Griesgram.

Das ist ein Stück aus der Wahrnehmungspsychologie: Unter Grossen fühlt man sich klein, unter Kleinen ist man gross. Dann möge – als Konsens zur gedeihlichen Zusammenarbeit – wenigsten die Gleichheit unter Gleichen gewahrt bleiben.

Ein bißchen erinnert mich dies an ein Bonmot. Frage: Was ist ein guter Verdienst in Deutschland? Antwort: Wenn man 50 Euro mehr verdient als sein Schwager.