Obama gewinnt gegen McCain

USA 2008: Die Schlacht um das Weiße Haus zwischen Barack Obama und John McCain ist entschieden - zumindest im Netz.

Im Internet hat der demokratische Präsidentenkandidat Obama die Nase eindeutig vorn. Er setzt, wenn man seine Online-Plattform barackobama.com anklickt, deutlich auf 2.0 Elemente. So kann man dem Netzwerk MyBo beitreten und für Obama als Multiplikator arbeiten. Über 1 Million User haben sich dort bereits registrieren lassen.

Mag sein, dass die Profile des MyBo den US-Wahlkampf entscheiden. Denn diese sind für die Wahlkampf-Manager Gold wert. Sie ermöglichen das Microtargeting zur individuellen Ansprache beispielsweise nach Region, Geschlecht, ethnischer Herkunft oder Hobby. Gleichzeitig bildet MyBO auch ein Reservoir, um schnell und flexibel neue Helfer zu rekrutieren. Barack Obamas Netz-Auftritt zeigt sich auf der Höhe der Zeit: mit Blog, Zweisprachigkeit, mit Gruppenfunktion, Nachbarschaftsinfos, mit Fotos und Videos, mit Presseberichten.

Und vor allem mit einem intelligenten Tool zum Fundraising, dem Eintreiben von Spendengeldern. Obama konnte in einem Monat mehr als 55 Millionen Dollar an Spenden sammeln, 45 Millionen davon alleine über das Netz. Seine Wahlkampfkasse ist mit mehr als 340 Millionen Dollar gefüllt.

Wenn man hingegen die URL McCain.com eingibt, landet man auf der Seite einer bekannten Fritten-Fabrik. Künstlerpech! Also dann doch zu johnmccain.com und zur Site des republikanischen Präsidentschaftskandidaten. Der Auftritt des 71-Jährigen nimmt sich bieder und schlapp aus. Das ist old fashioned, bleibt weit unter den Möglichkeiten, die heute gegeben sind.

Vielleicht erweist sich, dass die Altersfrage nun doch die Präsidentenwahl prägen wird, nur etwas anders als gedacht. Der Wahlkampf im Netz jedenfalls belegt: Obama ist jung, nicht nur körperlich, vor allem im Kopf.

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