Fotokiste: Claudia Cardinale

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Iquitos, im Januar 1981

Claudia hier, Claudia da. Claudia Cardinale gilt als der große Star des Films. Sie ist die Schöne, die Königin aus dem fernen Italien. Die grosse CC. Was ja bekanntlich direkt nach BB kommt. Die Menschen hier im abgelegenen Amazonas-Tiefland kennen CC aus den Klatschspalten der Illustrierten, während man mit den anderen Stars des Film nicht allzu viel anzufangen weiß. Jason Robards, der den Fitzcarraldo spielt, weitgehend unbekannt. Mick Jagger, der Rolling Stone, genaues weiß man nicht. Mario Adorf, nie gehört. Nur Regisseur Werner Herzog ist eine feste Größe, seit er in Peru das kleine Meisterwerk Aguirre, der Zorn Gottes gedreht hat.

Die 42-jährige Claudia Cardinale gibt sich als eine unprätentiöse, kollegiale Schauspielerin. Sie braucht keine Sonderbehandlung, macht kein großes Aufhebens um sich und ihren Ruhm. Ein Typ zum Pferdestehlen, würde die Jungs von nebenan sagen. Wenn sie beim Italiener Don Giovanni, dem Stammlokal der Filmleute in der Calle Putumayo, ihre Pasta bestellt, und da in Jeans und T-Shirt sitzt, schlank, mit den leuchtenden schwarzen Haaren, so ganz ohne Allüren, dann ist sie die Claudia aus Rom. An der Seite stets ihr 24-jähriger Sohn Patrick, der seine Mama um mindestens einen Kopf überragt.

Claudia ist die einzige der Starakteure, die dann auch bei der zweiten Fassung von Fitzcarraldo noch mitspielen wollte, nachdem die erste Fassung nie zu Ende gedreht werden sollte. Robards schwer krank, Jagger etwas verhindert und Adorf ziemlich verärgert. Nur Claudia steht ihren Mann. Sie wird auch in der zweiten Fassung mit Klaus Kinski einen sehr souveränen Part als Puffmuttchen Molly abgeben.

Um so erstaunlicher bleibt, dass Claudia Cardinale im dann fertigen Film nicht voll zur Geltung kommt. Vielleicht liegt es daran, dass Regisseur Werner Herzog ein überaus kraftbezogener Regisseur ist, und den Frauen oft nur adornale Parts übrig bleiben. Aguirre, Woyzeck, Nosferatu und auch Fitzcarraldo, das sind erdige Filme, hier geht es in erster Linie um maskuline Obsessionen.

Da steht Claudia nun in gleißender Sonne, im wunderschönen, weißen Seidenkleid mit Brokatspitzen, neben ihr der herbe, männliche Jason Robards, mit dem sie schon Spiel mir das Lied vom Tod gedreht hat. Sie steht da, ohne Gehabe, mit viel Disziplin und großer Neugier.

Und sie bleibt stets hübsch anzusehen, die Schöne aus Italien.

siehe auch: Fotokiste Werner Herzog
siehe auch: Fotokiste Jason Robards
siehe auch: Fotokiste Mick Jagger
siehe auch: Fotokiste Mario Adorf

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2 Responses to “Fotokiste: Claudia Cardinale”

  1. Alexander von Brentelen Says:

    Ein schönes Foto. Ich wußte gar nicht, dass es einen Fitzcarraldo-Film mit Jason Robards gab. Was ist damit passiert?

  2. Wolfgang Stock Says:

    Meines Wissens sind die Negative der ersten Fitzcarraldo-Fassung (also wohl ca. 1 Stunde Film) vernichtet worden. In dem Dokumentarfilm von Les Blank “Burden of Dreams” (1982) sind Ausschnitte daraus zu sehen.

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