Lange Texte lieber gedruckt

Wer das Totenglöcklein für Print läutet, der könnte vorschnell gebimmelt haben. Denn eine Studie von TNS Emnid untermauert, was Fachleuten seit langen klar ist: Für umfangreiche Texte wird nach wie vor eindeutig Zeitung oder Zeitschrift präferiert.

Einer Studie der TNS Emnid zufolge lesen die Bundesbürger in Zeitschriften und Zeitungen in erster Linie längere Textbeiträge. Für 95 Prozent der Deutschen sind dies die bevorzugten Printerzeugnisse, wenn es um die ausführliche Berichterstattung geht.  Diese Leser sind mit der Haptik der Zeitung aufgewachsen, für sie ist ein Printprodukt unkompliziert, mobil und flexibel. Hingegen strengt langes Textlesen am Bildschirm an.

Auch ein interessantes Ergebnis der Studie: Miniatur ist noch kein nachhaltiger Trend. Mobile Endgeräte wie PDA oder Handy spielen in der Textnutzung kaum eine Rolle. Selbst Handy-TV scheint in unseren Tagen zu floppen.

In ihrer Studie Das Mediennutzungsverhalten der Deutschen zeigt TNS auch auf, dass die Stärken von Online insbesondere bei kurzen Beiträgen liegt. Für Verleger kann dies nur heißen: Die schnelle Nachricht im Netz, der Hintergrund in Print. Eine spannendes Wechselspiel!

Die Studie belegt nochmals die These, dass kein neues Medium ein altes verdrängt oder gar vernichtet. Ein neues Medium ergänzt ein altes Medium und – was eine große Herausforderung ist – verändert es. Wir befinden uns voll in diesem Paradigmenwechsel. Online entwickelt sich und Print verändert sich.