Deutschland – eine Nation mit falschen Werten

Deutschland, diese verängstigte und verzagte Nation, fällt im mentalen Wettbewerb immer weiter zurück. Dieses Land, das sich für alles und nichts eine Absicherung leistet und sich ungern hinterm warmen Ofen hervor traut, ist im Pioniergeist von anderen längst abgehängt worden.

Der Scheck vom Amt, das süße Gift des Wohlfahrtsstaates, hat viele träge und bequem gemacht, insbesondere jene, die sowieso nicht mehr als ihre Hände haben, um Arbeit zu leisten. Diese Nation hat sich immer auf den – nun klammen – Staat verlassen und hebt zur Klage an, dass die Mittelschicht abrutsche.

Vor allem haben die vielfältigen Segnungen des Wohlfahrtsstaates den Blick dafür getrübt, was wirklich wichtig ist im Leben. Die Abhängigkeit von staatlicher Zuwendung hat Beamte statt Entrepreneurs hervor gebracht, Konsum statt Investition gefördert, Mallorca wichtiger scheinen lassen als Weiterbildung. Und wenn man ohne mit der Wimper zu zucken für zwei Wochen Malle 3.000 Euro auszugeben bereit ist, für ein Hochschulstudium aber keine 500 Euro pro Semester, dann sagt das so ziemlich alles aus über den Erkenntnisstand einer Nation.

Dieses Land – man muss es leider konstatieren – hat die falschen Werte. Konsum, Freizeit, Urlaub, Spass und Ringelpitz mit Anfassen. Nicht zuletzt die Hartz IV-ler haben diese falschen Werte für sich verinnerlicht. Wenn sie über fehlende Teilhabe klagen, dann meinen sie die fehlende Urlaubsreise, die zu teure Markenjeans und ein neues Auto, das sie vermissen. Auf die Idee, dass fehlende Bildung ihr größtes Defizit ist, kommt keiner. Dort wird Teilhabe weder eingeklagt noch angepackt.

Dabei besitzt dieses Deutschland eine attraktive edukative Infrastruktur für die breite Masse. Der Zugang zu den Schulen ist preiswert, die Volkshochschulen bieten abends ein praxisnahes Programm und die öffentliche Leihbücherei hat noch immer genug Bücher. Ein halbes Jahrhundert sozialdemokratischer Fürsorgestaat hat jedoch mit seiner Rundum-Versorgung die Sinne benebelt, was wirklich wichtig und wertvoll ist im Leben. Wir sind da, wo uns der soziale Wertekanon hingeschubst hat: Beim Urlaub Weltmeister, bei der Bildung Jägermeister.