Die Nische von Print
Zeitungen und Zeitschriften stehen unter Druck. Die Auflagen bröckeln, die Anzeigenerlöse nehmen ab. Ganze Themenblöcke - inhatlich wie werblich - sind zu den neuen digitalen Medien übergelaufen: aktuelle Nachrichten, Börsenkurse, Kleinanzeigen. Es gibt viele Felder, das muss man als Printmann neidlos anerkennen, bei denen das Internet einfach besser ist.
Wo bleibt aber dann die Zukunft für Print? Man solle nicht zu schwarz sehen, meint die Unternehmensberatung Roland Berger in einer ausführlichen Studie zum Medienmarkt. Print dürfe nicht über seine Schwächen jammern, sondern müsse sich auf seine Stärken besinnen.
Sich strategisch sauber auf die Erfolgsfaktoren zu konzentrieren, darin sei die Stärkung von Print zu finden. Und zu diesen Erfolgsfaktoren zählen: Die Nähe zur Zielgruppe, eine stimmige Auswahl der Themen, eine attraktive Aufbereitung und Gestaltung, ein reibungsloser Vertrieb.
Die Märkte fragmentieren sich. Inhaltlich gelte es deshalb für Print Nischen zu besetzen, in diesen Nischen innovativ zu agieren und den Kunden crossmedial mit Produkten zu bedienen. Letztlich bedeutet diese Strategie, die Marke innerhalb der Kundschaft zu stärken.
Nicht dem Tempo von Online hinter her zu laufen, sei die Devise. Sondern thematisch mehr auf eine bewusste “Entschleunigung” der Tagesroutine zu setzen. Denn hier sind die Kernkompetenzen von Print zu finden: Muße, Meinung und Agenda Setting. Das kann Print besser!